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Versions-Geschichte: "HistorischeAnthropologie"

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2011-04-19 13:47:48 (rückgängig machen): AutoSum: [+] Buch: Jakob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung", 2004. [-] Buch: Jakob … (?):
1c1
- Buch: Jakob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung"
+ Buch: Jakob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung", 2004.
2011-04-19 12:43:09 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer histo… (?):
48c48
-   *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer historischer Anthropologie, was das mit "dem Menschen" macht! (Schon vorher ein Marshall-McLuhan-Zitat in Begeisterung darüber, dass die Menschen jetzt ihre Hirnrinde als Signal-Netzwerk über den Planeten legen.) Und was das erst an Neugestaltung der Eingrenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Kulturen, den sozialen Sphären usw. bewirkt, wie das das Eigene und das Andere in vielfacher Weise neu verschaltet!
+   *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer historischer Anthropologie, was das mit "dem Menschen" macht! (Schon vorher ein Marshall-McLuhan-Zitat in Begeisterung darüber, dass die Menschen jetzt ihre Hirnrinde als Signal-Netzwerk über den Planeten legen.) Und was das erst an Neugestaltung der Ein- und Ausgrenzungen zwischen den Kulturen, den sozialen Sphären usw. bewirkt, wie das das Eigene und das Andere in vielfacher Weise neu verschaltet, perspektiviert!
2011-04-19 12:42:39 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer histo… (?):
48c48
-   *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer historischer Anthropologie, was das mit "dem Menschen" macht! (Schon vorher ein Marshall-McLuhan-Zitat in Begeisterung darüber, dass die Menschen jetzt ihre Hirnrinde als Signal-Netzwerk über den Planeten legen.) Und was das erst an Neugestaltung der Eingrenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Kulturen, den sozialen Sphären usw. bewirkt, wie das das Eigene und das Andere in vielfacher Weise neu veschaltet!
+   *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer historischer Anthropologie, was das mit "dem Menschen" macht! (Schon vorher ein Marshall-McLuhan-Zitat in Begeisterung darüber, dass die Menschen jetzt ihre Hirnrinde als Signal-Netzwerk über den Planeten legen.) Und was das erst an Neugestaltung der Eingrenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Kulturen, den sozialen Sphären usw. bewirkt, wie das das Eigene und das Andere in vielfacher Weise neu verschaltet!
2011-04-19 12:41:57 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch… (?):
47c47
-   *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch und Sprache, des gegenseitigen Beeinflussens, so muss doch auch anerkannt werden, dass letztere jeweils auch ein Eigenes, "eine nichtmenschliche, eine 'unmenschliche' Dimension" (S. 176) enthalten. Eine Intelligenz, ein Leben außerhalb des Menschen? (Könnten sie notfalls auch ohne ihn fortexistieren, fortwirken?)
+   *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch und Sprache, des gegenseitigen Beeinflussens, so muss doch anerkannt werden, dass letztere jeweils auch ein Eigenes, "eine nichtmenschliche, eine 'unmenschliche' Dimension" (S. 176) enthalten. Eine Intelligenz, ein Leben außerhalb des Menschen? (Könnten sie notfalls auch ohne ihn fortexistieren, fortwirken?)
2011-04-19 12:41:21 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Überhaupt, Medien. Mensch und Medien schaukeln sich hoch. Wie Schrift und Lesetec… (?):
46c46
-   *] Überhaupt, Medien. Mensch und Medien schaukeln sich hoch. Wie Schrift und Lesetechnik (laut, leise) den menschlichen Geist, das Ich-Verständnis formten. Die Autoritäten lagen nicht falsch in ihrer Furcht vor der Lesesucht, denn diese informierte nicht nur (Herzschmerz-Romane?), sie schuf neue Subjekte. Zugleich präfigurieren neue Subjekte, neue Denkweisen auch wieder neue Kulturtechniken. Der Roman des 19. Jahrhunderts brachte das Kino hervor.
+   *] Überhaupt, Medien. Mensch und Medien schaukeln sich hoch. Wie Schrift und Lesetechnik (laut, leise) den menschlichen Geist, das Ich-Verständnis formten. Die Autoritäten lagen nicht falsch in ihrer Furcht vor der Lesesucht, denn diese informierte nicht nur (wie, durch Herzschmerz-Romane?), sie schuf neue Subjekte. Zugleich präfigurieren neue Subjekte, neue Denkweisen auch wieder neue Kulturtechniken. Der Roman des 19. Jahrhunderts brachte das Kino hervor.
2011-04-19 12:38:58 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder lieber deskriptiv Kompl… (?):
40c40
-   *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder deskriptiv Komplexitäten bewahren, die unverrechenbare Unterschiedlichkeit der Kulturen und Individuen akzeptieren? Vielleicht ein falscher Gegensatz. Formel und Komplexität schließen sich ja nicht aus, im Gegenteil. Fraktale zeigen, wie aus einfacher Formel unendliche Komplexität entsteht. Und vermeintliche Unverrechenbarkeit zweier getrennter Körper/Kulturen/Individuen ist ja oft auch die Frage, [/wo/] man die Trennung ansetzt.
+   *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder lieber deskriptiv Komplexitäten bewahren, Akzeptieren der unverrechenbaren Unterschiedlichkeit der Kulturen und Individuen? Vielleicht ein falscher Gegensatz. Formel und Komplexität schließen sich ja nicht aus, im Gegenteil. Fraktale zeigen, wie aus einfacher Formel unendliche Komplexität entsteht. Und vermeintliche Unverrechenbarkeit zweier getrennter Körper/Kulturen/Individuen ist ja oft auch die Frage, [/wo/] man die Trennung ansetzt.
2011-04-19 12:32:59 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als poli… (?):
23c23
-   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des verachteten Fortschritts. Historische Atomisierung. Einfühlung/Identifikation, "oral history", "teilnehmende Beobachtung" statt erhabener kolonialistischer Blick des Großplaners.
+   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des verachteten Fortschritts. Atomisierung. Einfühlung/Identifikation, "oral history", "teilnehmende Beobachtung" statt erhabener kolonialistischer Blick der "histoire totale".
2011-04-19 12:31:58 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihre… (?):
21c21
-   *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihrer Mentalitäten. Die "longue duree". Das Individuum ist eine Abstraktion, der Mensch sozial, der Einzelne gerade mal ein Knoten im Netzwerk seiner Zeit. Später, bei Roger Chartier und Jacques Ranciere, wird dieses Modell kritisiert als Determinismus und Stabilitäts-Glaube: Wo ist hier der Raum für Eigensinn und Veränderung? Kein Raum für Revolution, wo Veränderungen immer nur in der Langsamkeit der Geschichte.
+   *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihrer Mentalitäten. Das Individuum ist eine Abstraktion, der Mensch sozial, der Einzelne gerade mal ein Knoten im Netzwerk seiner Zeit. Später, bei Roger Chartier und Jacques Ranciere, wird dieses Modell kritisiert als Determinismus und Stabilitäts-Glaube: Wo ist hier der Raum für Eigensinn und Veränderung? Kein Raum/Impuls für Revolutionen, wo Veränderungen immer nur in der "longue duree" der Geschichte entstehen können.
2011-04-19 12:30:37 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand… (?):
20c20
-   *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand gegen eine Geschichte, die Begriffe, Institutionen, Mentalitäten als fortwährend, stabil annimmt. Schwer-/Unverständlichkeit von Vergangenheiten, deren begriffliche Voraussetzungen, Handlungs-Möglichkeiten ganz andere als die unseren waren. Geschichte sich verändernder Traditionen, Lebensformen, Mentalitäten statt Geschichte von Ereignissen. Offenheit gegenüber anthropologischem Strukturalismus von Claude Levi-Strauss.
+   *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand gegen eine Geschichte, die Begriffe, Institutionen, Mentalitäten als fortwährend, stabil annimmt. Schwer-/Unverständlichkeit von Vergangenheiten, deren begriffliche Voraussetzungen, Handlungs-Möglichkeiten ganz andere als die unseren sind. Geschichte sich verändernder Traditionen, Lebensformen, Mentalitäten statt Geschichte von Ereignissen. Offenheit gegenüber anthropologischem Strukturalismus von Claude Levi-Strauss.
2011-04-19 12:28:15 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als… (?):
12c12
-   *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als (wenn auch vielleicht extrem komplex) maschinell aufgebaut, setzt ein Kontinuum zwischen Mensch, Tier und Maschine. Ein Zitat wie von Wertow: [/"Wisst ihr, warum ich mich mit den Menschen überhaupt noch abgebe? Weil ich sie allen Ernstes für Maschinen halte. Andernfalls wüsste ich wenig Gründe, warum ich ihre Gesellschaft suchen sollte: Materialismus als Gegengift für den Menschenhaß."/]
+   *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als (wenn auch vielleicht äußerst komplex) maschinell aufgebaut, setzt ein Kontinuum zwischen Mensch, Tier und Maschine. Ein Zitat wie von Wertow: [/"Wisst ihr, warum ich mich mit den Menschen überhaupt noch abgebe? Weil ich sie allen Ernstes für Maschinen halte. Andernfalls wüsste ich wenig Gründe, warum ich ihre Gesellschaft suchen sollte: Materialismus als Gegengift für den Menschenhaß."/]
2011-04-19 12:27:18 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens the… (?):
11c11
-   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt überhaupt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert). Giambattista Vico spricht von der Fortentwicklung des Menschen hin zu seiner Vollendung in der Vernunft über verschiedene Zeitalter hinweg.
+   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert). Giambattista Vico spricht von der Fortentwicklung des Menschen hin zu seiner Vollendung in der Vernunft über verschiedene Zeitalter hinweg.
2011-04-19 03:34:07 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der einzelne Mensch ist weder "autonom" noch "rational" noch "selbsttransparent",… (?):
52,53c52,53
-   *] Der Mensch ist weder "autonom" noch "rational" noch "selbsttransparent", jedenfalls nicht in absoluten Begriffen. Das heißt aber nicht, dass man die Ideen hinter diesen Begriffen ignorieren sollte -- sie und die Inhalte, mit denen Gesellschaften wie Einzelne sie füllen, sind ergiebige Untersuchungsgegenstände. Wenn wir nachträglich unser Handeln rationalisieren, erfasst diese Rationalisierung vielleicht nicht den "wahren" Grund der Handlung, aber sagt viel über die Mentalität unserer Zeit aus.
-   *] Die italienischen Futuristen und ihre Betonung einer neuen Mentalität, eines neuen Menschen mit einer neuen technologischen Zeit -- riecht dem Geist der Historischen Anthropologie durchaus sympathisch. Die behaupteten "[/tabula rasa/]"-Brüche und Umerziehungs-Ambitionen sind natürlich Unsinn.
+   *] Der einzelne Mensch ist weder "autonom" noch "rational" noch "selbsttransparent", jedenfalls nicht in absoluten Begriffen. Heißt aber nicht, dass man die Ideen hinter diesen Begriffen ignorieren sollte -- sie und die Inhalte, mit denen Gesellschaften wie Einzelne sie füllen, sind ergiebige Untersuchungsgegenstände. Wenn wir nachträglich unser Handeln rationalisieren, erfasst diese Rationalisierung vielleicht nicht den "wahren" Grund der Handlung, aber sagt viel über die Mentalität unserer Zeit aus.
+   *] Die italienischen Futuristen und ihre Betonung einer neuen Mentalität, eines neuen Menschen im Zuge einer neuen technologischen Zeit -- riecht dem Geist der Historischen Anthropologie durchaus sympathisch, trägt aber natürlich fiese Wegsäbel- und Umerziehungs-Assoziationen mit sich. Aber die ergeben sich halt aus Blindheiten gegenüber der komplexen Ganzheitlichkeit und Verbundenheit der Systeme, die man ja wissenschaftlich zu überwinden trachten kann.
2011-04-19 03:26:51 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Abschied von der einen großen Theorie, Hinwendung zu den tausend Perspektiven und… (?):
50c50,53
-   *] ...
+   *] Abschied von der einen großen Theorie, Hinwendung zu den tausend Perspektiven und ihren Wechselwirkungen, und die Historische Anthropologie als einer ihrer interdisziplinären Mittler. Vor allem auch, was Polaritäten zwischen Subjekt und Objekt, Kultur und Natur, Individuum und Gesellschaft, Einzelnem und Geschichte betrifft.
+   *] Auch die Schwimm-Technik ist ebendas: eine Technik. Sie ist nicht genetisch im Menschen vorbestimmt. Sie wird ihm institutionell vermittelt.
+   *] Der Mensch ist weder "autonom" noch "rational" noch "selbsttransparent", jedenfalls nicht in absoluten Begriffen. Das heißt aber nicht, dass man die Ideen hinter diesen Begriffen ignorieren sollte -- sie und die Inhalte, mit denen Gesellschaften wie Einzelne sie füllen, sind ergiebige Untersuchungsgegenstände. Wenn wir nachträglich unser Handeln rationalisieren, erfasst diese Rationalisierung vielleicht nicht den "wahren" Grund der Handlung, aber sagt viel über die Mentalität unserer Zeit aus.
+   *] Die italienischen Futuristen und ihre Betonung einer neuen Mentalität, eines neuen Menschen mit einer neuen technologischen Zeit -- riecht dem Geist der Historischen Anthropologie durchaus sympathisch. Die behaupteten "[/tabula rasa/]"-Brüche und Umerziehungs-Ambitionen sind natürlich Unsinn.
2011-04-19 02:51:22 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer histo… (?):
47a48
+   *] Freude über die vernetzt-digitale Gesellschaft -- was das aufwirft an neuer historischer Anthropologie, was das mit "dem Menschen" macht! (Schon vorher ein Marshall-McLuhan-Zitat in Begeisterung darüber, dass die Menschen jetzt ihre Hirnrinde als Signal-Netzwerk über den Planeten legen.) Und was das erst an Neugestaltung der Eingrenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Kulturen, den sozialen Sphären usw. bewirkt, wie das das Eigene und das Andere in vielfacher Weise neu veschaltet!
2011-04-19 02:31:28 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch… (?):
47c47
-   *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch und Sprache, des gegenseitigen Beeinflussens, so muss doch auch anerkannt werden, dass letztere jeweils auch ein Eigenes, "eine nichtmenschliche, eine 'unmenschliche' Dimension" enthalten. Eine Intelligenz, ein Leben außerhalb des Menschen? (Könnten sie notfalls auch ohne ihn fortexistieren, fortwirken?)
+   *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch und Sprache, des gegenseitigen Beeinflussens, so muss doch auch anerkannt werden, dass letztere jeweils auch ein Eigenes, "eine nichtmenschliche, eine 'unmenschliche' Dimension" (S. 176) enthalten. Eine Intelligenz, ein Leben außerhalb des Menschen? (Könnten sie notfalls auch ohne ihn fortexistieren, fortwirken?)
2011-04-19 02:30:36 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Kybernetik, Norbert Wiener, Claude Shannon, die Lehre von den Informationsflüssen… (?):
45c45,47
-   *] ...
+   *] Kybernetik, Norbert Wiener, Claude Shannon, die Lehre von den Informationsflüssen und ihrer steuernden Wirkungen untereinander, von der Geschichtswissenschaft ignoriert, aber aufgeschlagen bei den Psychoanalytikern und Strukturalisten, bei Lacan und Levi-Strauss. Wär doch auch was für die Historische Anthropologie, Untersuchung der Informationsflüsse zwischen den Menschen, in den Kulturen. Anerkennung, dass Information etwas den Menschen Äußeres sein kann, deren Teilhabe an ihr die an der Welt.
+   *] Überhaupt, Medien. Mensch und Medien schaukeln sich hoch. Wie Schrift und Lesetechnik (laut, leise) den menschlichen Geist, das Ich-Verständnis formten. Die Autoritäten lagen nicht falsch in ihrer Furcht vor der Lesesucht, denn diese informierte nicht nur (Herzschmerz-Romane?), sie schuf neue Subjekte. Zugleich präfigurieren neue Subjekte, neue Denkweisen auch wieder neue Kulturtechniken. Der Roman des 19. Jahrhunderts brachte das Kino hervor.
+   *] Gibt es auch ein Ping Pong zwischen Mensch und Technik, Mensch und Medium, Mensch und Sprache, des gegenseitigen Beeinflussens, so muss doch auch anerkannt werden, dass letztere jeweils auch ein Eigenes, "eine nichtmenschliche, eine 'unmenschliche' Dimension" enthalten. Eine Intelligenz, ein Leben außerhalb des Menschen? (Könnten sie notfalls auch ohne ihn fortexistieren, fortwirken?)
2011-04-19 02:19:33 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Natur und Kultur bzw. Mensch und Geschichte, das ist ein zirkuläres Verhältnis ge… (?):
42c42
-   *] Natur und Kultur bzw. Mensch und Geschichte, das ist ein zirkuläres Verhältnis gegenseitiger Gestaltung. Das ist die "Symmetrie". Die Auflösung der Dichotomie Natur und Kultur ist Aufgabe der Historischen Anthropologie.
+   *] Natur und Kultur bzw. Mensch und Geschichte, das ist ein zirkuläres Verhältnis gegenseitiger Gestaltung -- das ist die "Symmetrie". Die Auflösung der Dichotomie Natur und Kultur ist Aufgabe der Historischen Anthropologie.
43a44
+   *] Zwei Modelle der Vereinigung von Mensch und Natur: 1. Der Mensch verwandelt die Natur durch Arbeit in Kultur, verwirklicht sich durch ihre Unterwerfung, bis die Kultur die Natur ganz aufgefressen hat. Karl Marx und irgendwas mit Hannah Arendt. 2. Beides ging schon immer ineinander über, steht in einem Austausch miteinander und schaukelt sich so hoch. Tanners Sympathie liegt bei #2.
2011-04-19 02:12:42 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Natur und Kultur bzw. Mensch und Geschichte, das ist ein zirkuläres Verhältnis ge… (?):
41a42,43
+   *] Natur und Kultur bzw. Mensch und Geschichte, das ist ein zirkuläres Verhältnis gegenseitiger Gestaltung. Das ist die "Symmetrie". Die Auflösung der Dichotomie Natur und Kultur ist Aufgabe der Historischen Anthropologie.
+   *] Die andere Symmetrie liegt zwischen mir und der Welt, dem Eigenen und dem Anderen, dem Bekannten und dem Fremden. Tatsächlich gibt es nämlich sowohl im Eigenen wie im Fremden Bekanntes und Unbekanntes. Die Grenzlinie lässt sich immer auch anders ziehen. Wer den Blick für das Fremde in der eigenen Kultur stärkt, erkennt zugleich das Ähnliche in der anderen Kultur. Eine alternative Strategie zur Entscheidung zwischen Universalismus und Relativismus, beide gleichermaßen kolonialistisch.
2011-04-19 01:11:23 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder deskriptiv Komplexitäte… (?):
40c40
-   *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder deskriptiv Komplexitäten bewahren, die unverrechenbare Unterschiedlichkeit der Kulturen und Individuen akzeptieren? Vielleicht ein falscher Gegensatz. Formel und Komplexität schließen sich ja nicht aus, im Gegenteil. Fraktale zeigen, wie aus einfacher Formel unendliche Komplexität entsteht. Und Unverrechenbarkeit und Komplexität zweier getrennter Körper/Kulturen/Individuen ist ja oft auch eine Frage, [/wo/] man die Trennung ansetzt.
+   *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder deskriptiv Komplexitäten bewahren, die unverrechenbare Unterschiedlichkeit der Kulturen und Individuen akzeptieren? Vielleicht ein falscher Gegensatz. Formel und Komplexität schließen sich ja nicht aus, im Gegenteil. Fraktale zeigen, wie aus einfacher Formel unendliche Komplexität entsteht. Und vermeintliche Unverrechenbarkeit zweier getrennter Körper/Kulturen/Individuen ist ja oft auch die Frage, [/wo/] man die Trennung ansetzt.
2011-04-19 01:09:32 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Insgesamt ist die Hirnforschung aber noch zu früh im Herumstocher-Stadium, um His… (?):
38,39c38,40
-   *] Insgesamtheit ist die Hirnforschung aber noch zu früh im Herumstocher-Stadium, um Historischer Anthropologie interessantes Futter zu liefern. Tanner warnt auch davor, allzuviel von einer Isolation auf dieses Organ zu erwarten: Der Glaube ans Gehirn als alles intelligent steuerndem Organ dupliziert nur den losgelösten Geist des [/homo duplex/]. Plausibler, dass sich hier Symbol- und Sprach-Schnittstellen einschreiben, die den Geist dann im Dialog mit Kultur und Welt emergieren lassen, statt im Schädel.
-   *] ...
+   *] Insgesamt ist die Hirnforschung aber noch zu früh im Herumstocher-Stadium, um Historischer Anthropologie interessantes Futter zu liefern. Tanner warnt auch davor, allzuviel von einer Isolation auf dieses Organ zu erwarten: Der Glaube ans Gehirn als alles intelligent steuerndem Organ dupliziert nur den losgelösten Geist des [/homo duplex/]. Plausibler, dass sich hier Symbol- und Sprach-Schnittstellen einschreiben, die den Geist dann im Dialog mit Kultur und Welt emergieren lassen, statt im Schädel.
+   *] Attraktiver schon die mathematisch-ökonomisch-psychologischen Ansätze zwischen SpielTheorie und KognitionsWissenschaften. Da muss man natürlich erstmal diverse Thesen vom super-rationalen, ständig reflektierenden und sich bewusst entscheidenden Individuum wegräumen, dann hat man aber irgendwann plausiblere Formeln von automatisiertem Verhalten, das nur in Ausnahme-Fällen sich zu einer Entscheidung oder Reflektion triggert, oder sich auf Emotionen und andere eher weiche Heuristiken verlässt.
+   *] Vereinfachen zwecks mathematischer Systematisierung, oder deskriptiv Komplexitäten bewahren, die unverrechenbare Unterschiedlichkeit der Kulturen und Individuen akzeptieren? Vielleicht ein falscher Gegensatz. Formel und Komplexität schließen sich ja nicht aus, im Gegenteil. Fraktale zeigen, wie aus einfacher Formel unendliche Komplexität entsteht. Und Unverrechenbarkeit und Komplexität zweier getrennter Körper/Kulturen/Individuen ist ja oft auch eine Frage, [/wo/] man die Trennung ansetzt.
2011-04-19 00:59:56 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] These der Koevolution von Intelligenz/Kultur und Genen nicht uninteressant, aber … (?):
36a37,38
+   *] These der Koevolution von Intelligenz/Kultur und Genen nicht uninteressant, aber eher sinnig für Zeiträume weit außerhalb des Untersuchungsgebiets Historischer Anthropologie. Brauchbarer schon Idee der kulturellen Formung, Entwicklungs-Lenkung des biologischen Körpers unabhängig seiner Gene. Nicht nur das Gehirn lernt und passt sich an, sondern die Gesamtheit der Organe, sagt zum Beispiel die Geschlechterforschung. Zur historischen Anpassbarkeit des Gehirns auch eine Fußnote zu [[Julian Jaynes]].
+   *] Insgesamtheit ist die Hirnforschung aber noch zu früh im Herumstocher-Stadium, um Historischer Anthropologie interessantes Futter zu liefern. Tanner warnt auch davor, allzuviel von einer Isolation auf dieses Organ zu erwarten: Der Glaube ans Gehirn als alles intelligent steuerndem Organ dupliziert nur den losgelösten Geist des [/homo duplex/]. Plausibler, dass sich hier Symbol- und Sprach-Schnittstellen einschreiben, die den Geist dann im Dialog mit Kultur und Welt emergieren lassen, statt im Schädel.
2011-04-19 00:48:26 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Ist der Mensch das Besondere, klar von den Tieren Abgegrenzte, oder steht er in d… (?):
34a35,36
+   *] Ist der Mensch das Besondere, klar von den Tieren Abgegrenzte, oder steht er in dichter Kontinuität zu ihnen, hat den Affen nur ein paar IQ voraus? Letztere Position, mit all ihren ethischen Peter-Singer-Implikationen, hat wissenschaftlich Einiges für sich sprechen (DNA-Prozente, Primaten-Verhalten), taugt aber zugleich zur Erklärung vieler kultureller, geschichtlicher Fragen nur wenig. Es gibt Kontinuitäten, aber in Vielem sind sie halt nicht dicht, sondern enthalten ganz schön weite Sprünge.
+   *] Der Schock, als in der Zeit der Aufklärung die Erd- und damit auch die Lebens-Geschichte von sechstausend auf Milliarden von Jahren wuchs. "[S]chwindelerregend".
2011-04-19 00:01:47 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Wozu Geschichte überhaupt durch den Begriff des "Menschen" aufrollen? Bezeichnet … (?):
27c27
-   *] Wozu Geschichte überhaupt durch den Begriff des "Menschen" aufrollen? Bezeichnet der überhaupt irgendwas brauchbar bzw. wasbringt das Betrachten des Menschen überhaupt? Tanner macht zu prominenten Gegnern des Begriffes: Adorno ("Negative Dialektik", gegen Gehlen), Foucault ("Gesicht im Sand"), Louis Althusser ("theoretischer Antihumanismus"), Niklas Luhmann ("Erkenntnisblockierungen"), Friedrich Kittler ("Sinnkonstitution von Gnaden eines Subjekts historisch auf den Hund gekommen"), Derrida.
+   *] Wozu Geschichte überhaupt durch den Begriff des "Menschen" aufrollen? Bezeichnet der überhaupt irgendwas brauchbar bzw. was bringt das Betrachten von Menschen überhaupt? Tanner macht zu prominenten Gegnern des Begriffes: Adorno ("Negative Dialektik", gegen Gehlen), Foucault ("Gesicht im Sand"), Louis Althusser ("theoretischer Antihumanismus"), Niklas Luhmann ("Erkenntnisblockierungen"), Friedrich Kittler ("Sinnkonstitution von Gnaden eines Subjekts historisch auf den Hund gekommen"), Derrida.
2011-04-19 00:01:02 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der cartesische [/homo duplex/] zwischen gebundener Materie des Körpers/der Welt … (?):
32c32
-   *] Der cartesische [/homo duplex/] zwischen gebundener Materie des Körpers und freiem Geist gaukelt fragwürdige Gegensätze vor von Natur und Kultur, biologischer Konstante und Geschichtlichkeit, "Stoff/Form, weiblich/männlich, passiv/aktiv, emotional/rational, privat/öffentlich" (S. 125). Tief eingeschrieben in diverse unserer Annahmen, gehört aber historisch kritisch aufgeschüttelt.
+   *] Der cartesische [/homo duplex/] zwischen gebundener Materie des Körpers/der Welt und freiem Geist des Individuums gaukelt fragwürdige Gegensätze vor von Natur und Kultur, biologischer Konstante und Geschichtlichkeit, "Stoff/Form, weiblich/männlich, passiv/aktiv, emotional/rational, privat/öffentlich" (S. 125). Tief eingeschrieben in diverse unserer Annahmen, gehört aber historisch kritisch aufgeschüttelt.
2011-04-18 23:59:54 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Die Trennung zwischen dem Alltag und dem Einzelnen einerseits und andererseits de… (?):
33c33
-   *] Die Trennung zwischen dem Alltag und dem Einzelnen einerseits und andererseits der Politik/Institution/Geschichte, wie sie ja auch gerne in einer Geschichte-von-unten oder des Kleinen gegen das Große gepflegt wird, übersieht die Gemachtheit auch dieser Trennlinien, befördert ein Vertrauen in die Autonomie des Privaten. Statt einer Geschichte des privaten Alltags: Geschichte des Banalen, des Gewohnten, des Normalen -- gerade auch in der Fabrik, der Bürokratie, der Institution.
+   *] Die Trennung zwischen dem Alltag und dem Einzelnen einerseits und andererseits der Politik/Institution/Geschichte, wie sie ja auch gerne in einer Geschichte-von-unten oder des Kleinen gegen das Große gepflegt wird, übersieht die Gemachtheit auch dieser Trennlinien, befördert ein Vertrauen in die Autonomie des Privaten. Statt einer Geschichte des privaten Alltags: Geschichte des Banalen, Gewohnten, Unerwähnt-Normalen -- gerade auch in der Fabrik, der Bürokratie, der Institution, der Macht.
2011-04-18 23:58:15 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter… (?):
31,32c31,32
-   *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter ("der offene, groteske Leib des Mittelalters und der Frühen Neuzeit", S. 124) gegen seine spätere standardisierend-kontrollierende Eingrenzung (siehe Foucault) und die medizinische Festlegung des Gesund-Normalen. Dem gegenüber öffnet ein Bild des Körpers als erster instrumentalisierbarer Technik des Menschen ihn cyborgisch bis zum gesamten Maschinen- und Veränderungs-Raum.
-   *] Der cartesische [/homo duplex/] zwischen gebundener Materie des Körpers und freiem Geist gaukelt fragwürdige Gegensätze vor von Natur und Kultur, biologischer Konstante und Geschichtlichkeit, "Stoff/Form, weiblich/männlich, passiv/aktiv, emotional/rational, privat/öffentlich" (S. 125).
+   *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter ("der offene, groteske Leib des Mittelalters und der Frühen Neuzeit", S. 124) gegen seine spätere standardisierend-kontrollierende Eingrenzung (siehe Foucault) und die medizinische Festlegung des Gesund-Normalen. Dem gegenüber öffnet ein Bild des Körpers als erster instrumentalisierbarer Technik des Menschen ihn cyborgisch bis zum gesamten Maschinen- und Deformations-Raum.
+   *] Der cartesische [/homo duplex/] zwischen gebundener Materie des Körpers und freiem Geist gaukelt fragwürdige Gegensätze vor von Natur und Kultur, biologischer Konstante und Geschichtlichkeit, "Stoff/Form, weiblich/männlich, passiv/aktiv, emotional/rational, privat/öffentlich" (S. 125). Tief eingeschrieben in diverse unserer Annahmen, gehört aber historisch kritisch aufgeschüttelt.
34d33
-   *] ...
2011-04-18 23:52:17 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter… (?):
31,32c31,33
-   *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter ("der offene, groteske Leib des Mittelalters und der Frühen Neuzeit", S. 124) gegen seine spätere standardisierende Eingrenzung dargestellt von Foucault. Der cartesische [/homo duplex/] zwischen freiem Geist und Materie.
-   *] Die Trennung zwischen dem Alltag und dem Einzelnen einerseits und andererseits der Politik/Institution/Geschichte, wie sie ja auch gerne in einer Geschichte-von-unten oder des Kleinen gegen das Große gepflegt wird, übersieht die Gemachtheit auch dieser Trennlinien, spiegelt kritisierbare Dichotomien wie privat/öffentlich, 
+   *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter ("der offene, groteske Leib des Mittelalters und der Frühen Neuzeit", S. 124) gegen seine spätere standardisierend-kontrollierende Eingrenzung (siehe Foucault) und die medizinische Festlegung des Gesund-Normalen. Dem gegenüber öffnet ein Bild des Körpers als erster instrumentalisierbarer Technik des Menschen ihn cyborgisch bis zum gesamten Maschinen- und Veränderungs-Raum.
+   *] Der cartesische [/homo duplex/] zwischen gebundener Materie des Körpers und freiem Geist gaukelt fragwürdige Gegensätze vor von Natur und Kultur, biologischer Konstante und Geschichtlichkeit, "Stoff/Form, weiblich/männlich, passiv/aktiv, emotional/rational, privat/öffentlich" (S. 125).
+   *] Die Trennung zwischen dem Alltag und dem Einzelnen einerseits und andererseits der Politik/Institution/Geschichte, wie sie ja auch gerne in einer Geschichte-von-unten oder des Kleinen gegen das Große gepflegt wird, übersieht die Gemachtheit auch dieser Trennlinien, befördert ein Vertrauen in die Autonomie des Privaten. Statt einer Geschichte des privaten Alltags: Geschichte des Banalen, des Gewohnten, des Normalen -- gerade auch in der Fabrik, der Bürokratie, der Institution.
2011-04-18 23:42:27 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Hinterfragung vermeintlicher Beständigkeiten im menschlichen Verhalten. Aufhebung… (?):
29a30,32
+   *] Hinterfragung vermeintlicher Beständigkeiten im menschlichen Verhalten. Aufhebung der sauberen Trennung zwischen dem, was dem Menschen qua Natur eingeschrieben sei, und dem, was die Geschichte ihn machen lässt. Beständigkeiten, Normalitäten des Menschlichen kommen oft nicht einfach vom Gencode, sondern leiten sich ab von den Umständen, werden sogar aktiv kulturell geschaffen, gefördert, erhalten.
+   *] Geschichtlichkeit des menschlichen Körpers. Seine unklaren Grenzen im Mittelalter ("der offene, groteske Leib des Mittelalters und der Frühen Neuzeit", S. 124) gegen seine spätere standardisierende Eingrenzung dargestellt von Foucault. Der cartesische [/homo duplex/] zwischen freiem Geist und Materie.
+   *] Die Trennung zwischen dem Alltag und dem Einzelnen einerseits und andererseits der Politik/Institution/Geschichte, wie sie ja auch gerne in einer Geschichte-von-unten oder des Kleinen gegen das Große gepflegt wird, übersieht die Gemachtheit auch dieser Trennlinien, spiegelt kritisierbare Dichotomien wie privat/öffentlich, 
2011-04-18 23:27:46 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Letztlich das Gegeneinander von Mikro- und Makro-Geschichte. Makro-Geschichte nei… (?):
29c29
-   *] Letztlich das Gegeneinander von Mikro- und Makro-Geschichte. Makro-Geschichte neigt dazu, in groben Pinselstrichen zu vereinfachen und alles über die großen Körper zu determinieren, die ihr sichtbar scheinen: Hammer, Nagel. Mikro-Geschichte verengt den Blick, macht Vieles unbegreiflich. Gewinnbringend: experimentell, kaleidoskopisch zwischen den Ebenen umherwechseln.
+   *] Letztlich das Gegeneinander von Mikro- und Makro-Geschichte. Makro-Geschichte neigt dazu, in groben Pinselstrichen zu vereinfachen und alles über die großen Körper zu determinieren, die ihr sichtbar scheinen: Hammer, Nagel. Mikro-Geschichte verengt den Blick, macht Vieles unbegreiflich. Gewinnbringend: experimentell, kaleidoskopisch zwischen den Ebenen umherwechseln. Des einen Blickes Handlungsfreiheit ist des anderen Blickes Zwang. Suche nach Widersprüchen, Komplexität zwischen den Ebenen.
2011-04-18 23:18:26 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Letztlich das Gegeneinander von Mikro- und Makro-Geschichte. Makro-Geschichte nei… (?):
28a29
+   *] Letztlich das Gegeneinander von Mikro- und Makro-Geschichte. Makro-Geschichte neigt dazu, in groben Pinselstrichen zu vereinfachen und alles über die großen Körper zu determinieren, die ihr sichtbar scheinen: Hammer, Nagel. Mikro-Geschichte verengt den Blick, macht Vieles unbegreiflich. Gewinnbringend: experimentell, kaleidoskopisch zwischen den Ebenen umherwechseln.
2011-04-18 23:12:18 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Viel spannendere Frage: Was bringt es, Geschichte durch [/Individuen/] aufzurolle… (?):
27a28
+   *] Viel spannendere Frage: Was bringt es, Geschichte durch [/Individuen/] aufzurollen, und inwieweit funktionieren Menschen überhaupt als solche? Menschen funktionieren nur sozial, da stimmen sogar die Ökonomen zu. Problematisch: Vertrauen in ihre Selbstbestimmtheit gegenüber der Welt (Geschichte der großen Namen), ihre [/rational choice/], eine Objektivität ihres subjektives Wissens/Erinnerns/Verstehens. Sie als Blickpunkt zu benutzen, heißt nicht notwendigerweise, an sie zu glauben.
2011-04-18 23:02:42 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Wozu Geschichte überhaupt durch den Begriff des "Menschen" aufrollen? Bezeichnet … (?):
26a27
+   *] Wozu Geschichte überhaupt durch den Begriff des "Menschen" aufrollen? Bezeichnet der überhaupt irgendwas brauchbar bzw. wasbringt das Betrachten des Menschen überhaupt? Tanner macht zu prominenten Gegnern des Begriffes: Adorno ("Negative Dialektik", gegen Gehlen), Foucault ("Gesicht im Sand"), Louis Althusser ("theoretischer Antihumanismus"), Niklas Luhmann ("Erkenntnisblockierungen"), Friedrich Kittler ("Sinnkonstitution von Gnaden eines Subjekts historisch auf den Hund gekommen"), Derrida.
2011-04-18 22:19:45 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] [*"Epilog: der 'rationale' Mensch"*]: / *] ... (?):
31a32,33
+ *] [*"Epilog: der 'rationale' Mensch"*]:
+   *] ...
2011-04-18 21:49:43 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-und-Fakten-Methodik, verengt die Möglichk… (?):
14c14
-   *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-und-Fakten-Methodik, verengt die Möglichkeiten der Geschichte aber auch auf große Männer und die Top-Down-Perspektiven aufzeichnender Staaten, deren Selbst-Legitimationen er so übernimmt. Seine System-affirmative Strömung zerbricht mit den Systemen selbst im 1. Weltkrieg. Aufstrebend dagegen die Sozialwissenschaften, mit größerem Blick auf Wirkungs-Zusammenhänge gesellschaftliche Kräfte. Münden in Marx und wohlgeordneten Gesellschafts-Bauplänen.
+   *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-und-Fakten-Methodik, verengt die Möglichkeiten der Geschichte aber auch auf große Männer und die Top-Down-Perspektiven aufzeichnender Staaten, deren Selbst-Legitimationen er so übernimmt. Seine System-affirmative Strömung zerbricht mit den Systemen selbst im 1. Weltkrieg. Aufstrebend dagegen die Sozialwissenschaften, mit größerem Blick auf Wirkungs-Zusammenhänge gesellschaftlicher Kräfte. Münden in Marx und wissenschaftlichen GesellschaftsUmbau-Plänen.
2011-04-18 21:48:16 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen g… (?):
13c13
-   *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen gegenüber dem profanen Tierischen / Physischen durch seinen Geist, die Vernunft, die Moral. Sie bemühen sich um eine klare, unüberwindbare Trennlinie, die die Menschheit in einem Privileg gegenüber der Natur universalistisch eint. Jemand wie Kant stellt sich dann aber wieder ein Bein, wenn er über frühe Menschenrassen-Theorien die Natur doch wieder als Kriterium innerhalb des Menschen einführt.
+   *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen gegenüber dem profanen Tierischen / Physischen durch seinen Geist, die Vernunft, die Moral. Sie bemühen sich um eine klare, unüberwindbare Trennlinie, die die Menschheit in einem Privileg gegenüber der Natur universalistisch eint. Jemand wie Kant stellt dem Universalismus dann aber wieder ein Bein, wenn er über frühe Menschenrassen-Theorien die Natur doch wieder als Trennungs-Kriterium innerhalb der Menschheit einführt.
2011-04-18 21:45:21 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen g… (?):
13c13
-   *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen gegenüber dem profanen Tierischen / Physischen durch seinen Geist, die Vernunft. Sie bemühen sich um eine klare, unüberwindbare Trennlinie, die die Menschheit in einem Privileg gegenüber der Natur universalistisch eint. Jemand wie Kant stellt sich dann aber wieder ein Bein, wenn er über frühe Menschenrassen-Theorien die Natur doch wieder als Kriterium innerhalb des Menschen einführt.
+   *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen gegenüber dem profanen Tierischen / Physischen durch seinen Geist, die Vernunft, die Moral. Sie bemühen sich um eine klare, unüberwindbare Trennlinie, die die Menschheit in einem Privileg gegenüber der Natur universalistisch eint. Jemand wie Kant stellt sich dann aber wieder ein Bein, wenn er über frühe Menschenrassen-Theorien die Natur doch wieder als Kriterium innerhalb des Menschen einführt.
2011-04-18 21:43:56 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Spannungs-Verhältnis zwischen dem Menschen als Erzeugnis der Biologie und als E… (?):
9c9
-     *] Spannungs-Verhältnis zwischen dem Menschen als Erzeugnis der Biologie und als Erzeugnis der Kultur. Was sind Konstanten qua Natur/Genetik, was (z.B. die neuronale Strickung) kann sich durch die zeitlichen / kulturellen Umstände ändern?
+     *] Spannungs-Verhältnis zwischen dem Menschen als Erzeugnis der Biologie und als Erzeugnis der Kultur. Was sind Konstanten qua Natur/Genetik (think: "anthropologische Konstanten"), was (z.B. die neuronale Strickung) kann sich durch die zeitlichen / kulturellen Umstände ändern?
2011-04-18 21:32:05 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als poli… (?):
23c23
-   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des verachteten Fortschritts.
+   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des verachteten Fortschritts. Historische Atomisierung. Einfühlung/Identifikation, "oral history", "teilnehmende Beobachtung" statt erhabener kolonialistischer Blick des Großplaners.
2011-04-18 21:30:14 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als poli… (?):
23,24c23,25
-   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des Fortschritts.
-   *] ...
+   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des verachteten Fortschritts.
+   *] Historische Anthropologie als Hinwendung zu materiellen Alltags-Spuren, Abwendung vom Klammern an Textquellen. So erfahren wir in Auswertung der Kadaver, dass die Bauern Kühe aßen, auch wenn wir bisher aus den Texten dachten, im Mittelalter sei Schwein das Hauptgericht gewesen -- war es auch, aber eben nur am Hofe, wo man das Essen schriftlich protokollierte.
+   *] Marc Blochs chronologiekritisch betrachtet überaus kühler Spruch, mit einer anständigen Katastrophe sei dem Historiker mehr gedient, weil sie die Überzahl, verwirrende Masse an Quellen auf ein zu managendes Maß einschränken würde.
2011-04-18 21:23:49 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] In den USA muss die Anthropologie erstmal ihren Randstatus überwinden als Geschic… (?):
21a22,23
+   *] In den USA muss die Anthropologie erstmal ihren Randstatus überwinden als Geschichtswissenschafts-Ersatz für die BuschVölker ohne schriftliche Quellen, dann kommt Clifford Geertz. In Italien, wo Carlo Ginzburg, entwickelt man die "microstoria" gegen die dominierende marxistische Makro-Geschichte.
+   *] In Deutschland Begeisterung für Geschichte von Unten, Landstrich, Alltag als politisches Statement im Rahmen von Umwelt-, Friedens- usw. Bewegung. Zergliederung des Alltags als Reproduktion von Macht-Strukturen, aber auch als Abwehr des Kleinen gegen das Große, Beständigkeit des kleinen Mannes gegen die Gesellschaft des Fortschritts.
2011-04-18 21:10:25 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihre… (?):
21c21
-   *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihrer Mentalitäten. Die "longue duree". Das Individuum ist eine Abstraktion, der Mensch sozial, der Einzelne gerade mal ein Knoten im Netzwerk seiner Zeit. Später, bei Roger Chartier und Jacques Ranciere, wird dieses Modell kritisiert als Determinismus und Stabilitäts-Glaube: Wo ist hier der Raum für Eigensinn und Veränderung?
+   *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihrer Mentalitäten. Die "longue duree". Das Individuum ist eine Abstraktion, der Mensch sozial, der Einzelne gerade mal ein Knoten im Netzwerk seiner Zeit. Später, bei Roger Chartier und Jacques Ranciere, wird dieses Modell kritisiert als Determinismus und Stabilitäts-Glaube: Wo ist hier der Raum für Eigensinn und Veränderung? Kein Raum für Revolution, wo Veränderungen immer nur in der Langsamkeit der Geschichte.
2011-04-18 21:09:34 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand… (?):
20c20,21
-   *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand gegen eine Geschichte, die Begriffe, Institutionen, Mentalitäten als fortwährend, stabil annimmt. Schwer-/Unverständlichkeit von Vergangenheiten, deren begriffliche Voraussetzungen, Handlungs-Möglichkeiten ganz andere als die unseren waren. Geschichte sich verändernder Traditionen, Lebensformen, Mentalitäten statt Geschichte von Ereignissen. Offenheit gegenüber anthropologischem Strukturalismus von Claude Levi-Strauss. 
+   *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand gegen eine Geschichte, die Begriffe, Institutionen, Mentalitäten als fortwährend, stabil annimmt. Schwer-/Unverständlichkeit von Vergangenheiten, deren begriffliche Voraussetzungen, Handlungs-Möglichkeiten ganz andere als die unseren waren. Geschichte sich verändernder Traditionen, Lebensformen, Mentalitäten statt Geschichte von Ereignissen. Offenheit gegenüber anthropologischem Strukturalismus von Claude Levi-Strauss.
+   *] Annales-Schule: Unterordnung des Einzelnen unter die Gewalt der Perioden und ihrer Mentalitäten. Die "longue duree". Das Individuum ist eine Abstraktion, der Mensch sozial, der Einzelne gerade mal ein Knoten im Netzwerk seiner Zeit. Später, bei Roger Chartier und Jacques Ranciere, wird dieses Modell kritisiert als Determinismus und Stabilitäts-Glaube: Wo ist hier der Raum für Eigensinn und Veränderung?
2011-04-18 21:03:08 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Foucault baut die großen Meta-Geschichten der Wissenschaft vom Menschen und der G… (?):
18c18
-   *] Foucault baut die großen Meta-Geschichten der Wissenschaft vom Menschen und seiner Geschichte, wie der Mensch verwissenschaftlicht wird. Der Wahnsinnige als der perfekte Angriffspunkt dieser Verwissenschaftlichung, gerade weil er die Vernunft und damit seine Stellung als über die Natur erhabenes Subjekt verliert, zum Objekt gerät, aus dem sich die Natur herauslesen lässt.
+   *] Foucault baut die großen Meta-Geschichten der Wissenschaft vom Menschen und der Geschichte. Wie der Mensch verwissenschaftlicht wird. Der Wahnsinnige als der perfekte Angriffspunkt dieser Verwissenschaftlichung, gerade weil er die Vernunft und damit seine Stellung als über die Natur erhabenes Subjekt verliert, zum Objekt gerät, aus dem sich die Natur herauslesen lässt.
19a20
+   *] Annales-Schule: Anfang mit Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel. Widerstand gegen eine Geschichte, die Begriffe, Institutionen, Mentalitäten als fortwährend, stabil annimmt. Schwer-/Unverständlichkeit von Vergangenheiten, deren begriffliche Voraussetzungen, Handlungs-Möglichkeiten ganz andere als die unseren waren. Geschichte sich verändernder Traditionen, Lebensformen, Mentalitäten statt Geschichte von Ereignissen. Offenheit gegenüber anthropologischem Strukturalismus von Claude Levi-Strauss. 
2011-04-18 20:12:25 (rückgängig machen): AutoSum: [+] Buch: Jakob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung" [-] Buch: Jacob Tanner,… (?):
1c1
- Buch: Jacob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung"
+ Buch: Jakob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung"
2011-04-18 19:56:35 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Mit der ebenfalls jäh in einer Sackgasse endenden "philosophischen" Anthropologie… (?):
15a16
+   *] Mit der ebenfalls jäh in einer Sackgasse endenden "philosophischen" Anthropologie gelingt es Arnold Gehlen immerhin, sich sowohl bei den Nazis als auch beim Sozialismus anzubiedern. Ordnungsdenken!
2011-04-18 19:54:30 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Sehr viel peezeher: KulturAnthropologen und PsychoAnalytiker beschwärmen die Lebe… (?):
16c16
-   *] Sehr viel peezeher: KulturAnthropologen und Psychoanalytiker beschwärmen die Lebenswelten der "Primitiven", versuchen sich reinzuversetzen und suchen nach "Archetypen" menschlicher Vorstellungskraft.
+   *] Sehr viel peezeher: KulturAnthropologen und PsychoAnalytiker beschwärmen die Lebenswelten der "Primitiven", versuchen sich reinzuversetzen und suchen nach "Archetypen" menschlicher Vorstellungskraft.
2011-04-18 19:54:02 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der Irrweg über die "Rassen" als anthropologische Determinante. Vergewissert sich… (?):
15,16c15,17
-   *] Der Irrweg über die "Rassen" als anthropologische Determinante. Vergewissert sich seiner Bedeutung durch die wissenschaftliche Aura seiner Katalogisierungs- und Vermessungs-Spielchen, verläuft sich in deren Bedeutung, endet in allgemein bekannten Katastrophen und diskreditiert biologistische Anthropologie nachhaltig.
-   *] ...
+   *] Der Irrweg über die "Rassen" als anthropologische Determinante. Vergewissert sich seiner Bedeutung durch die wissenschaftliche Aura seiner Katalogisierungs- und Vermessungs-Spielchen, verläuft sich in deren Bedeutung ("Naturalisierung des Sozialen", S.56), endet in allgemein bekannten Katastrophen und diskreditiert "physische" Anthropologie nachhaltig.
+   *] Sehr viel peezeher: KulturAnthropologen und Psychoanalytiker beschwärmen die Lebenswelten der "Primitiven", versuchen sich reinzuversetzen und suchen nach "Archetypen" menschlicher Vorstellungskraft.
+   *] Foucault baut die großen Meta-Geschichten der Wissenschaft vom Menschen und seiner Geschichte, wie der Mensch verwissenschaftlicht wird. Der Wahnsinnige als der perfekte Angriffspunkt dieser Verwissenschaftlichung, gerade weil er die Vernunft und damit seine Stellung als über die Natur erhabenes Subjekt verliert, zum Objekt gerät, aus dem sich die Natur herauslesen lässt.
2011-04-18 19:36:19 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der Irrweg über die "Rassen" als anthropologische Determinante. Vergewissert sich… (?):
14a15
+   *] Der Irrweg über die "Rassen" als anthropologische Determinante. Vergewissert sich seiner Bedeutung durch die wissenschaftliche Aura seiner Katalogisierungs- und Vermessungs-Spielchen, verläuft sich in deren Bedeutung, endet in allgemein bekannten Katastrophen und diskreditiert biologistische Anthropologie nachhaltig.
2011-04-18 19:24:41 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als… (?):
12c12
-   *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als (wenn auch vielleicht extrem komplex) maschinell aufgebaut, setzt ein Kontinuum zwischen Mensch, Tier und Maschine. Ein Zitat wie von Wertow: "Wisst ihr, warum ich mich mit den Menschen überhaupt noch abgebe? Weil ich sie allen Ernstes für Maschinen halte. Andernfalls wüsste ich wenig Gründe, warum ich ihre Gesellschaft suchen sollte: Materialismus als Gegengift für den Menschenhaß."
+   *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als (wenn auch vielleicht extrem komplex) maschinell aufgebaut, setzt ein Kontinuum zwischen Mensch, Tier und Maschine. Ein Zitat wie von Wertow: [/"Wisst ihr, warum ich mich mit den Menschen überhaupt noch abgebe? Weil ich sie allen Ernstes für Maschinen halte. Andernfalls wüsste ich wenig Gründe, warum ich ihre Gesellschaft suchen sollte: Materialismus als Gegengift für den Menschenhaß."/]
2011-04-18 19:24:16 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-und-Fakten-Methodik, verengt die Möglichk… (?):
14c14
-   *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-Methodik, verengt die Möglichkeiten der Geschichte aber auch auf große Männer und die Top-Down-Perspektiven aufzeichnender Staaten, deren Selbst-Legitimationen er so übernimmt. Seine System-affirmative Strömung zerbricht mit den Systemen selbst im 1. Weltkrieg. Vielversprechend dagegen die aufstrebenden Sozialwissenschaften, mit größerem Blick auf gesellschaftliche Kräfte. Münden in Marx und Konservativismus.
+   *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-und-Fakten-Methodik, verengt die Möglichkeiten der Geschichte aber auch auf große Männer und die Top-Down-Perspektiven aufzeichnender Staaten, deren Selbst-Legitimationen er so übernimmt. Seine System-affirmative Strömung zerbricht mit den Systemen selbst im 1. Weltkrieg. Aufstrebend dagegen die Sozialwissenschaften, mit größerem Blick auf Wirkungs-Zusammenhänge gesellschaftliche Kräfte. Münden in Marx und wohlgeordneten Gesellschafts-Bauplänen.
2011-04-18 19:20:10 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-Methodik, verengt die Möglichkeiten der G… (?):
13a14
+   *] Der Historismus bringt rigorose Quellen-Methodik, verengt die Möglichkeiten der Geschichte aber auch auf große Männer und die Top-Down-Perspektiven aufzeichnender Staaten, deren Selbst-Legitimationen er so übernimmt. Seine System-affirmative Strömung zerbricht mit den Systemen selbst im 1. Weltkrieg. Vielversprechend dagegen die aufstrebenden Sozialwissenschaften, mit größerem Blick auf gesellschaftliche Kräfte. Münden in Marx und Konservativismus.
2011-04-18 19:14:01 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen g… (?):
12a13
+   *] Idealisten wie Kant dagegen betonen die Andersheit, Unabhängigkeit des Menschen gegenüber dem profanen Tierischen / Physischen durch seinen Geist, die Vernunft. Sie bemühen sich um eine klare, unüberwindbare Trennlinie, die die Menschheit in einem Privileg gegenüber der Natur universalistisch eint. Jemand wie Kant stellt sich dann aber wieder ein Bein, wenn er über frühe Menschenrassen-Theorien die Natur doch wieder als Kriterium innerhalb des Menschen einführt.
2011-04-18 19:07:38 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens the… (?):
11c11
-   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt überhaupt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert). Giambattista Vico spricht von der Fortentwicklung des Menschen hin zur Vernunft über verschiedene Zeitalter hinweg.
+   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt überhaupt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert). Giambattista Vico spricht von der Fortentwicklung des Menschen hin zu seiner Vollendung in der Vernunft über verschiedene Zeitalter hinweg.
2011-04-18 19:06:22 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens the… (?):
11c11,12
-   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt überhaupt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert).
+   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt überhaupt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert). Giambattista Vico spricht von der Fortentwicklung des Menschen hin zur Vernunft über verschiedene Zeitalter hinweg.
+   *] La Mettrie pflegt ein materialistisches Menschenbild, denkt sich den Menschen als (wenn auch vielleicht extrem komplex) maschinell aufgebaut, setzt ein Kontinuum zwischen Mensch, Tier und Maschine. Ein Zitat wie von Wertow: "Wisst ihr, warum ich mich mit den Menschen überhaupt noch abgebe? Weil ich sie allen Ernstes für Maschinen halte. Andernfalls wüsste ich wenig Gründe, warum ich ihre Gesellschaft suchen sollte: Materialismus als Gegengift für den Menschenhaß."
2011-04-18 18:56:17 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens the… (?):
10a11
+   *] 18. Jahrhundert ist der große Shift der Lehren vom Menschen (vorher höchstens theologisch verbrämte Selbstreflektionen, der Subjektivismus von Descartes und Montaigne) und überhaupt Neubegründung derjenigen der Geschichte (die jetzt überhaupt erst die anekdotische "Historie" zur großen Erzählung "Geschichte" erweitert).
2011-04-18 18:08:00 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] [*"Vom Staunen in der Aufklärung zum Krisenbewusstsein um 1900"*]: / *] ... / *] … (?):
10c10,19
- *] ...
+ *] [*"Vom Staunen in der Aufklärung zum Krisenbewusstsein um 1900"*]:
+   *] ...
+ *] [*"Geschichtswissenschaft und Anthropologie im 20. Jahrhundert"*]:
+   *] ...
+ *] [*"Probleme und Perspektiven der Historischen Anthropologie"*]:
+   *] ...
+ *] [*"Der [/Anthropos/] im Lichte naturwissenschaftlicher Forschung"*]:
+   *] ...
+ *] [*"Geschichte und symmetrische Anthropologie"*]:
+   *] ...
2011-04-18 18:05:04 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Gegenwärtige Forschungsbereiche der "Historischen Anthropologie": [-] *] Gegenw… (?):
6c6
-   *] Gegenwärtige Forschungsbereiche der "historischen Anthropologie":
+   *] Gegenwärtige Forschungsbereiche der "Historischen Anthropologie":
2011-04-18 18:04:35 (rückgängig machen): AutoSum: [+] *] Internationale Geschichte der relevanten Buzzwörter im akademischen Betrieb und i… (?):
5c5,10
-   *] ...
+   *] Internationale Geschichte der relevanten Buzzwörter im akademischen Betrieb und ihrer Distinktions-Kämpfe untereinander, bis sich die Ansätze endlich interdisziplinär zusammenrauften.
+   *] Gegenwärtige Forschungsbereiche der "historischen Anthropologie":
+     *] Geschichtlichkeit des Menschen- und Selbstbildes, gerade auch in Abgrenzung zu einem wechselnden Anderen (Mensch vs. Tier, Mensch vs. Maschine).
+     *] Geschichtlichkeit sozialer/psychologischer/biologischer Praktiken (Geburt und Tod, Eingrenzung und Ausgrenzung).
+     *] Spannungs-Verhältnis zwischen dem Menschen als Erzeugnis der Biologie und als Erzeugnis der Kultur. Was sind Konstanten qua Natur/Genetik, was (z.B. die neuronale Strickung) kann sich durch die zeitlichen / kulturellen Umstände ändern?
+ *] ...
2011-04-18 17:33:19 (rückgängig machen): AutoSum: [+] Buch: Jacob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung" / / Lektüre-Notizen: /… (?):
0a1,5
+ Buch: Jacob Tanner, "Historische Anthropologie zur Einführung"
+ 
+ Lektüre-Notizen:
+ *] [*"Einleitung: Anthropologisches Tohuwabohu"*]:
+   *] ...
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