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WertTheorie

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Versuch einer wachsenden und mit der Zeit hoffentlich präziseren Skizze der Marxschen WertTheorie. Marxistisch gegenüber dem alltäglichen Sprachgebrauch besonders bestimmte Begriffe werden kursiv geschrieben, und bei ihrer ersten Nennung zusätzlich fett.

1. In Gesellschaften, wo die kapitalistische Produktionsweise vorherrscht, erscheint der gesellschaftliche Reichtum als Sammlung von Waren.

2. Eine Ware ist ein Gut mit einerseits einer konkreten physikalischen Beschaffenheit und Verwendbarkeit dank dieser und hat durch diese Gebrauchswert.

2.1. Gebrauchswert kommt dem Gut unabhängig seines gesellschaftlichen Kontexts zu: Schon ein Einzelner als letzter Mensch auf Erden könnte den Gebrauchswert des Guts konsumieren. (IRC-Kritik zum letzten Satz: "[Marx] neigte ja sonst nicht so zu solchen robinsonaden, dass hat er ja immer der klassischen ökonomie vorgeworfen" / "also gesellschaftsunabhängig ist der gebrauchswert nicht unbedingt / ein handy z.b. hat ja allerlei gesellschaftliche voraussetzungen: strom, handynetz, andere handybesitzer etc.")

2.1. Gebrauchswert kommt Gütern innerhalb verschiedenster gesellschaftlicher Kontexte zu, nicht nur unter Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise bzw. als Waren.

3. Andererseits ist eine Ware ein Gut, das gegen andere Waren tauschbar ist. Ihr kommen Tauschwerte zu, die sich in Tauschverhältnis-Gleichungen ausdrücken lassen.

3.1. Beispiel: Die Ware "Smartphone" könnte folgende Tauschwerte haben: 1 Smartphone = 10 Schuhe. 1 Smartphone = 20 Taxifahrten. 3 Smartphones = 15000 Streichhölzer. 100 Smartphones = 23 luxuriöse Karibik-Urlaube.

3.2. Tauschwerte kann ein Gut nur im gesellschaftlichen Kontext haben, denn Tauscherei setzt Handlungen zwischen mindestens zwei Personen voraus, also Verhältnisse zwischen Menschen.

3.2. Dass ein Gut Tauschwerte hat, setzt eine Gesellschaft voraus, in der Menschen Güter miteinander tauschen. Die Zuweisbarkeit von Tauschwerten schreibt den Gütern im Gegensatz zur Zuweisbarkeit von Gebrauchswerten eine bestimmte Gesellschaftsform ein. Tauschwerte drücken Beziehungen zwischen Menschen (der Tausch ist ein solches) als Verhältnisse zwischen Dingen aus.

4. Tauschwerte setzen voraus, getauschten Waren eine gemeinsame Qualität zuzuschreiben, die sie mengenmäßig vergleichbar macht. Diese gemeinsame Qualität ist die Qualität des Werts.

4.1. Beispiel: So wird im Tauschwert "1 Smartphone = 10 Schuhe" Smartphones mengenmäßig das Zehnfache einer mit Schuhen geteilten Qualität zu zugeschrieben, oder anders: Einem Smartphone wird das Zehnfache der Wertgröße eines Schuhs zugeschrieben.

4.2. Lassen sich mehrere Tauschwerte miteinander rechnerisch in Beziehung setzen und gegeneinander kürzen, dann ist nicht nur Waren innerhalb einzelner Tauschwert-Gleichungen je eine gemeinsame Wert-Qualität zuschreibbar. Sondern dann ist allen Waren, die in den so miteinander verknüpfbaren Tauschwert-Gleichungen vorkommen, die selbe Wert-Qualität zuschreibbar.

4.2.1. Beispiel: Die unter 3.1. aufgeführten Tauschwerte lassen sich zueinander in Beziehung setzen und gegeneinander kürzen: Wenn "1 Smartphone = 20 Taxifahrten" und "3 Smartphones = 15000 Streichhölzer", dann wohl auch "1 Smartphone = 20 Taxifahrten = 5000 Streichhölzer" bzw. "1 Taxifahrt = 250 Streichhölzer". Also kann Taxifahrten und Streichhölzern die selbe Qualität Wert zugeschrieben werden.

5. Was ist die Wertsubstanz, d.h. was macht die Qualität des Werts aus?

5.1. Der Gebrauchswert kann nicht die den Waren im Tausch gemeinsame Wertsubstanz sein: Was hätte ich davon, 50 Streichhölzer gegen 50 Streichhölzer (also, Güter desselben Gebrauchswerts gegeneinander) zu tauschen? Es ergibt keinen Sinn, Waren desselben Gebrauchswerts gegeneinander zu tauschen.

5.1.1 Im Tausch müssen sich die Gebrauchswerte der getauschten Waren qualitativ unterscheiden.

5.2. Zieht man alle Eigenschaften von den soweit untersuchten Waren ab, worin sie sich unterscheiden (stoffliche Beschaffenheit, Art des Nutzens usw.), bleibt ihnen eine qualitative Gemeinsamkeit, die ihr Wert dann wohl ausdrücken muss: Sie alle sind Produkte menschlicher Arbeit, von Verausgabung menschlicher Kräfte. Offenbar liegt hierin ihre Wertsubstanz.

5.2.1. Dieser Schluss (den Marx mit den ihm vorangehenden klassischen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo teilt) ist für ihre Gegner einer der beliebtesten Angriffspunkte in der Marxschen Werttheorie. Wie lässt sich ein unbewirtschaftetes Grundstück, das verkauft/getauscht werden kann und also einen Wert haben sollte, als Produkt menschlicher Arbeit sehen? Warum kann sich ein abstraktes Kunstwerk aus planlos-mühelos ausgegossenen Farbeimern zu Millionenpreisen verkaufen, wo doch kaum Arbeit dahinter steckt?

6. "Arbeit" per se bildet nicht die Wertsubstanz einer Ware. Was gemeinhin unter "Arbeit" verstanden wird, ist konkrete Arbeit: die individuellen physiologischen Handlungen und Mühen, mit denen Menschen einzelne Gebrauchswerte herstellen. So wenig wie der stets unterschiedliche Gebrauchswert die den Waren im Tausch gemeinsame Qualität bzw. den Wert bilden kann (5.1), kann es die ebenso von Ware zu Ware unterschiedliche konkrete Arbeit.

7. Indem die Arbeitsprodukte im Tausch einander qualitativ gleichgesetzt werden, wird es auch die Arbeit hinter ihnen. Die verschiedenen Qualitäten konkreter Arbeit werden auf eine einheitliche Qualität reduziert, frei von Besonderheiten individueller Arbeitsschritte, Kraft- oder Zeitaufwände. Aus der nicht-vergleichbaren konkreten Arbeit wird für den Tausch vergleichbare abstrakte Arbeit. Die abstrakte Arbeit bildet die Wertsubstanz der Ware, ihr Maß die Wertgröße der Ware.

7.1. Damit ist noch nicht viel mehr gesagt als in 5.2: Wir können statt "Wertsubstanz" nun "abstrakte Arbeit" schreiben. Abstrakte Arbeit soll im Bezug stehen zu konkreter Arbeit, scheint aber bisher kaum näher bestimmt als "was von konkreter Arbeit übrig bleibt, wenn man alles wegschmilzt, was konkrete Arbeit ausmacht". Dieser Schmelzprozess muss näher bestimmt werden.

7.2. Konkrete Arbeit kann individuell stattfinden, erfordert also keine Gesellschaft. (IRC-Kritik zu diesem Satz: "das ist so unsinn. arbeit ist immer auch schon gesellschaftlich, weil menschen gesellschaftlich sind. du sprichst auch immer von 'gesellschaft als vorraussetzung' (für tauschwert, abstrakte arbeit), normalerweise spricht man eher von einem 'gesellschaftlichen verhältnis'. ich bin sicher, das macht einen unterschied, kann den aber gerade nicht genau benennen.") Abstrakte Arbeit wird erst im Tausch ermittelt, setzt also (Tausch-)Verhältnisse zwischen mehreren Menschen, also Gesellschaft voraus.

7.2. Konkrete Arbeit findet in jeder Gesellschaftsform statt. Abstrakte Arbeit wird erst im Tausch ermittelt, erfordert also als gesellschaftliche Form Tausch-Beziehungen zwischen Menschen. (Der IRC-Kanal ist auch mit dem letzten Satz bzw. spezifisch mit dem Verb "ermitteln" unzufrieden, aber daraus entbrannte eine so lange sich ohne haltbare Alternativ-Vorschläge im Kreis drehende Diskussion, dass ich sie hier nicht reinquoten möchte.)

7.3. Wichtiger Streitpunkt unter Marxisten: Die konkrete Arbeit bildet zwar die notwendige Ursubstanz der abstrakten Arbeit. Ob und welches Maß abstrakter Arbeit aus dieser Ursubstanz entsteht, erweist sich aber erst im Wert des erzeugten Guts, der ihm im Tausch zugewiesen wird. Viele traditionelle Marx-Leseweisen betrachten fälschlicherweise den Wert als etwas, das die konkrete Arbeit fertig in die Ware einschreibe, und vernachlässigen die Rolle des Tauschs und die Verschiedenheit der beiden Arbeits-Begriffe.

8.: Es gibt mehrere Faktoren, die bestimmen, ob und in welchem Maße sich konkrete Arbeit in Wertsubstanz bzw. abstrakte Arbeit verwandelt:

8.1. Unterschiedliche Warenproduzenten arbeiten unterschiedlich schnell/effizient/mühsam. Daraus ergibt sich gesamtgesellschaftlich ein Durchschnitt des Arbeits-Aufwandes, der notwendig ist, um eine bestimmte Ware zu erzeugen: die gesellschaftlich notwendige Arbeit. In die Wertgröße der einzelnen Ware fließt nicht der individuelle Aufwand in der konkreten Arbeit hinter der einzelnen Ware ein, sondern nur das Maß der zur Erzeugung von Vertretern ihres Typs gesellschaftlich notwendigen Arbeit.

8.1.1. Das straft in der Ermittlung des Werts ihrer Arbeit die Produzenten, die unterdurchschnittlich produktiv sind, und belohnt die, die überdurchschnittlich produktiv sind.

8.1.2. Die gesellschaftlich notwendige Arbeit zur Erzeugung einer Ware hängt nicht nur vom manuellen Können der gesamtgesellschaftlichen Produzentenschaft ab, sondern auch von den Produktionsmitteln, die ihr zur Verfügung stehen. Der technologische Fortschritt kann die Erzeugung einer bestimmten Ware erleichtern und verringert damit die gesellschaftlich notwendige Arbeit hinter ihr. Ansteigende Knappheit an für ihre Erzeugung notwendigen Ressourcen kann umgekehrt auch das Maß der gesellschaftlich notwendigen Arbeit hinter ihr erhöhen: Denn die knappen Ressourcen zu sichern kostet nun mehr Arbeit.

8.2. Aus der konkreten Arbeit muss Gebrauchswert entstehen, nach dem gesellschaftlicher Bedarf besteht. Erst mit einem solchen Gebrauchswert gibt es Anlass, sich die Ware zu ertauschen. Von einem Gut eine Menge über den gesellschaftlichen Bedarf hinaus zu produzieren, heißt, Warenmenge zu produzieren, die sich nicht mehr eintauschen lässt; die entsprechende konkrete Arbeit verwandelt sich nicht mehr in abstrakte Arbeit, erzeugt keinen Wert mehr.

8.2. Aus der konkreten Arbeit muss Gebrauchswert entstehen, nach dem gesellschaftlicher Bedarf besteht: Erst mit einem solchen Gebrauchswert gibt es Anlass, sich die Ware zu ertauschen. Von einem Produkt eine Menge über den gesellschaftlichen Bedarf hinaus zu produzieren, heißt, mehr zu produzieren, als sich eintauschen lässt. Gesamtgesellschaftlich gesehen steht dann hinter einer gleichgebliebenen Menge eintauschbarer Produkte oder Waren eine höhere Menge konkreter Arbeit (die überschüssige Produkte erzeugende konkrete Arbeit wird mitgerechnet). Als aus dieser höheren Menge hervorgegangene abstrakte Arbeit wird aber nach wie vor nur die Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit gezählt, die es zur Erzeugung der gleichgebliebenen Menge an Waren bräuchte. Eine einzelne Menge konkreter Arbeit an dem Produkt übersetzt sich also, wenn dieses Produkt gegenüber dem Bedarf im Überschuss produziert wird, im Tausch in einen geringeren Anteil gleichgebliebener Menge abstrakter Arbeit als bei nur bedarfsdeckender Produktion, erzeugt letzterer gegenüber also weniger Wert.

8.2 Es gibt eine Gesamtgröße abstrakter Arbeit, die einer Waren-Sorte zufällt: die gesellschaftlich benötigte Zahl dieser Waren multipliziert mit der gesellschaftlich notwendigen Arbeit zur Erzeugung einer einzelnen dieser Waren. Diese Gesamt-Wertgröße der Waren einer Sorte erhöht sich nicht, wenn derer über ihre gesellschaftlich benötigte Zahl hinaus produziert wird. Im Fall der Überproduktion entfällt gegenüber dem Fall bedarfsdeckender Produktion auf die einzelne Ware also ein geringerer Anteil des gleichgebliebenen Gesamtwerts. Die einzelne Ware hat weniger Wert: Die konkrete Arbeit hinter ihr mag gleich produktiv sein, sie übersetzt sich aber in weniger abstrakte Arbeit.

8.2.1. Unklar: Gilt auch das Umgekehrte? Wird also weniger von einer Warensorte produziert als gesellschaftlich benötigt, erheischt die einzelne Ware dieser Sorte sich dann einen dementsprechend höheren Anteil an der der Warensorte zugewiesenen Gesamtgröße abstrakter Arbeit? Gäbe es einen gesellschaftlichen Bedarf nach zehn Stühlen, aber es würde nur einer produziert, hätte dieser dann so viel Wertgröße wie zehn Stühle zusammengenommen unter Bedingungen bedarfsdeckender Produktion?

8.3. Verschiedene Klassen konkreter Arbeit gelten nach gesellschaftlicher Konvention als unterschiedlich respektabel. Dementsprechend werden ihre Erzeugnisse unterschiedlich gewürdigt. Obgleich sie alle sehr nützlich sind, gilt die schweißtreibende Arbeitsstunde eines Gehirnchirurgen mehr als die eines Bauarbeiters oder einer Kindergärtnerin. Dementsprechend verwandelt sich die konkrete Arbeit der Gehirnchirurgie in wesentlich mehr abstrakte Arbeit als die des Mauerbauens oder Kindergärtnerns. (IRC-Kritik: "klassisch marxistisch kommt das nicht von der wertschätzung sondern von der in ausbildung investierten proto-arbeitszeit afaik.")

9. Zusammenfassend:

9.1 Die Wertgröße einer Ware bestimmt sich aus dem Maß, zu dem die darin eingeflossene konkrete Arbeit sich im Tausch als abstrakte Arbeit erweist.

9.2 Als Sammlung von Waren ist der Reichtum der Gesellschaft ein Produkt gesamtgesellschaftlicher abstrakter Arbeit.

9.3 Konkrete Arbeit, die nichts Tauschbares erzeugt, also keinen Wert, also keine Waren, trägt nicht zu diesem gesellschaftlichen Reichtum bei. Was in welchem Maße in den gesellschaftlichen Reichtum hinein produziert, und wohinein die Gesellschaft wieviel Arbeitskraft investiert, das vermittelt sich über den Tausch.

9.4 Als gesamtgesellschaftlicher Prozess priorisiert der Tausch die Güter und die Arbeiten, indem er ihnen verschiedene Größen an Wert bzw. abstrakter Arbeit zuweist. (IRC-Kritik: "aktiv 'priorisieren' tut der tausch nix, die menge an gesellschaftlich nötiger arbeit, die in das gut geflossen ist, steht ja auch vorher schon fest / gelingt der tausch nicht, wurde sie allerdings verschwendet (und war also strenggenommen nicht nötig), weshalb auch davon die rede ist, dass sich der tausch im wert 'realisiert' / der wert* im tausch* 'realisiert', sorry") Das Maß der Tauschbarkeit meiner Erzeugnisse belohnt mich dafür, sie für die gesellschaftlichen Bedürfnisse erarbeitet zu haben.

9.5 Organisiert eine Gesellschaft ihre Produktion durch Tausch, dann lenkt darin die Ermittlung des Werts, was in welchem Maße darin erarbeitet wird. Der Wert eines Guts ist Maß des gesellschaftlichen Bedarfs an ihm. (Man könnte auch sagen: Prinzip der "Marktwirtschaft".)

10. Die Wertformanalyse versucht, näher zu bestimmen, wie sich der Wert im Tausch-System ausdrückt / darstellt.

10.1 Die bisherigen Beispiele in Form von Tauschverhältnis-Gleichungen bestimmem diese Ausdrucksform noch nicht hinreichend.

11. Die unter 3. eingeführten Tauschwerte einer Ware in Form von Tauschverhältnis-Gleichungen bilden im Einzelnen ihre unterbestimmte einfache Wertform.

11.1 Beispiel: 1 Smartphone = 10 Schuhe.

12. Wie drückt sich der Wert in der einfachen Wertform genau aus? Der Gegenstand linkerhand befindet sich in der relativen Wertform: Sein Wert drückt sich relativ aus, also durch Bezug auf etwas Anderes. Der Gegenstand rechterhand befindet sich in der Äquivalentform: Er drückt den Wert von etwas Anderem aus, indem er zu diesem als äquivalente Wertgröße gesetzt wird.

12.1 Die Ware in der relativen Wertform kann für sich ihren Gebrauchswert, nicht aber ihren Wert ausdrücken.

12.1.1 Der Wert abstrahiert vom Gebrauchswert einer Ware. Im Wert-konstituierenden Tausch muss sich der Gebrauchswert zweier Waren sogar unterscheiden (siehe 5.1). Den Wert auszudrücken, heißt also, diese Verschiedenheit der Gebrauchswerte auszudrücken.

12.1.2 Hier liegt eine Paradoxie: Die Gleichheit der Waren (in ihrem Wert) lässt sich nur ausdrücken über ihre Verschiedenheit (in ihrem Gebrauchswert).

12.2 Der Gebrauchswert der Ware in der Äquivalentform ist es, den Wert der Ware auszudrücken, die in der relativen Wertform steht.

12.2.1 Die konkrete Beschaffenheit der Ware in der Äquivalentform gilt als Verkörperung des Werts der Ware in der relativen Wertform.

12.2.2 Ihren gewöhnlichen Gebrauchswert, den sie in der relativen Wertform oder außerhalb eines Ausdrucks der einfachen Wertform hätte, verliert die Ware in der Äquivalentform.

12.2.3 Die Ware in der Äquivalentform drückt noch keinen eigenen Wert aus, indem sie den Wert der Ware ausdrückt, die in der relativen Wertform steht. Keine Ware kann ihren Wert in sich selbst ausdrücken.

12.2.3.1 Die Gleichung muss umgedreht werden, um den Wert der Ware auszudrücken, die derzeit in der Äquivalentform steht: Sie muss in die relative Wertform, die andere Ware in die Äquivalentform.

12.2.4 Auch hier eine Paradoxie: Der Gebrauchswert der Ware in der Äquivalentform wird zur Vergegenständlichung dessen, was eigentlich ungegenständlich und von Gebrauchswerten streng geschieden ist: dem Wert, und dazu noch dem von etwas Anderem.

12.3 Die einfache Wertform drückt den Wert einer Ware nur unzureichend aus: nämlich als Tauschverhältnis zu nur einer einzigen anderen Ware, vergegenständlicht in deren bestimmter Gebrauchswert-Form. Der Wert einer Ware ist aber mehr: nämlich ein Verhältnis dieser Ware zur Gesamtheit aller Waren, die alle unterschiedliche Gebrauchswert-Formen haben.

13. In Richtung der in 12.3 geforderten Gesamtheit führt als nächster Schritt die totale oder entfaltete Wertform: die Gleichzeitigkeit vieler Tauschverhältnis-Gleichungen, die zur selben Ware in relativer Wertform viele verschiedene Waren in Äquivalentform setzen. Darin vergegenständlichen verschiedenste Gebrauchswert-Formen den Wert einer Ware.

13.1 Beispiel: 1 Smartphone = 10 Schuhe. 1 Smartphone = 20 Taxifahrten. 1 Smartphone = 5000 Streichhölzer.

13.2 Auch die totale oder entfaltete Wertform drückt den Wert einer Ware aber nicht ganz aus:
Den Tauschverhältnissen aller Waren zueinander liegt ein einheitliches Wertmaß zugrunde, das die totale oder entfaltete Wertform nur näherungsweise abbildet. Der Wert ist ein Verhältnis einer Menge Arbeit zu einer gesamtgesellschaftlichen Ganzheit von Arbeit, nicht nur zu beliebig vielen Teilmengen derselben.

14. Die in 13.2 geforderte Einheitlichkeit und Ganzheit des Werts besorgt erst die allgemeine Äquivalentform: Alle Waren des TauschSystems beziehen die eine selbe Waren-Art als Äquivalentform auf sich. Diese repräsentiert Wert damit als etwas Einheitliches und Ganzes, also für alle Waren in gleicher Weise Geltendes.

14.1 Das lässt sich durch einfache Umdrehung der bisherigen Beispiele machen: 5000 Streichhölzer = 1 Smartphone. 500 Taxifahrten = 25 Smartphones. 500 Schuhe = 50 Smartphones. Das Smartphone ist nun die allgemeine Äquivalentform ganz verschiedener Waren. Wert wird nun allgemein in der Smartphone-Form ausgedrückt. Um das Wert-Verhältnis aller Waren zu einer neuen Ware zu definieren, muss nur das Tausch-Verhältnis dieser Ware zum Smartphone definiert werden.

(… als nächstes dann Wertformanalyse, Geldform usw. …)

Kommentare

#0

Du verlinktest mal im Schat einen Text, den glaube ich MSPro dir gab, ueber Werttheorie bei Marx und ihre aktuelle (Nicht-)Bedeutung. Hast du den Link noch parat? Gabs dazu Notizen?

Andrej /
#1

Notizen nicht direkt, aber er hilft mir gut beim AusFormen exakt dieser Seite hier. Es handelt sich um Nils Fröhlich' "Die Marxsche Werttheorie", runterladbar z.B. hier: http://www.rote-ruhr-uni.com/texte/froehlich_marx.shtml

#2

Ah, ich dachte, dass du das aus dem Kapital + Heinrich rausziehst. Danke fuer den Link noch mal.

Andrej /

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