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"Der Weltstoff"

Den Anfang macht das Herantasten an den Kosmos über seine stoffliche Beschaffenheit. Physikalische Grundsteinlegung: Energie, Photonen, Elektronen, Protonen, Neutronen, Atome, Moleküle, Sterne. Eine grobe Skizze nur; Teilhard ist vorsichtig: verortet sich selbst nur als Laien, der sich die Materie (im doppelten Wortsinne) eher angelesen als selbständig ausgeforscht hat; und verweist auf die Flüchtigkeit der physikalischen Modelle des Universums und dass sein Argument nicht mehr in die Hand zu nehmen versucht als den kleinsten gemeinsamen Nenner in der Wechselhaftigkeit moderner physikalischer Theorien.

Der stofflichen Beschaffenheit des Kosmos versucht Teilhard sich entlang dreier Achsen anzunähern: zugespitzt aufs einzelne Körnchen, ausgeweitet aufs Gesamtbild und abgeschritten entlang einer Zeitachse.

Entlang der ersten beiden Achsen diagnostiziert er Einheitlichkeit wie Vielheit:

Was für eine Freude wohl für einen Theologen, all diese meta-physischen Paradoxien!

Vermittelt miteinander werden diese Gegensätze jeweils durch ein Drittes: die Energie. Sie bannt das Neben-Einander in ein Mit- und Für- und Durch-Einander; sie ist das, was in den Metamorphosen von der einen Form in die andere Form erhalten bleibt; sie ist der eigentliche, wenn auch nie rein ungeformt zu fassende Weltstoff. Denkt man den Kosmos über die Zeitachse gelegt entlang ihrer Geschichte, entlang einer Geschichte der Umwandlungen und Austäusche, wird es erst richtig spannend: Dann hat man plötzlich Entwicklungsprozesse in der Hand wie den vom Chaos in sich verfestigende Formen, deren Spiel ab einem kritischen Punkt umschlägt zu neuen Spielregeln des Einander-miteinander-untereinander-Auskonfigurierens; dann entstehen neue Formen, die auf vorherigen Formen aufbauen, hin zu immer höherer Komplexität, Elektron, Atom und dann irgendwann durch die Transformationsmaschine Stern Moleküle bis zur Organik. Komplexität, die sich nach oben hin auftürmt gegen das Bestreben des Kosmos, letztlich alles wieder nach unten zurück in die ausgeglichenste Verteilung zurück zu überführen (Entropie); Türme, deren energetische Bausubstanz ab einer gewissen Höhe versiegen sollte, weil sie nicht mehr von unten bis zur Spitze reichen kann. Vom Ausgangszustand betrachtet muss alles, was der Kosmos errichtet, irgendwann wieder in sich zusammen fallen. Aber Teilhard deutet an ein paar Stellen an, dass er sich einen Perspektivwechsel vorstellen kann, in dem die Entwicklungsgeschichte des Kosmos sich nicht nur von einem rein äußerlich-materiellen Unten aus vollzieht, in das es unvermeidlich wieder zurückstürzen muss, sondern in seiner Dynamik eine Ausrichtung auf ein alles (zu Intelligenz?) verflechtendes Oben erkennen lässt, von dem heraus sich sein Werden vielleicht ebenso denken lässt (womit man dann der Entropie entkommen könnte?).

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