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Internet-MemeGeschichteUndForschungsstand

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Vortrag von plomlompom und erlehmann auf der SIGINT 2013 am 2013-07-05. Programm-Link. Videoaufzeichnung.

Titel: Internet-Meme: Geschichte und Forschungsstand

KurzZusammenfassung: Internet-Meme sind Populär-Kultur unter Bedingungen des Netzes. Wir
stellen ihre Entwicklung vor und erläutern den aktuellen Forschungsstand
anhand konkreter Arbeiten.

Abstract:

Internet-Meme sind die Popkultur des Internets: Texte, Bilder, Videos, die sich viral online verbreiten. Sie werden per Email, über Blogs, Web-Foren und Social Networking Sites weiter gereicht und von der Masse statt durch Einzelne selektiert und entwickelt. Beispiele sind LOLcats, „rage faces“ und das Musikvideo „Gangnam Style“. Sie prägen die Texturen von Webseiten wie YouTube, 4chan, reddit, Tumblr und 9gag.

Internet-Meme helfen, Kultur auf Basis des Internets zu verstehen. Als moderne Folklore erhellen sie die Milieus, die im Netz Raum finden. Sie demonstrieren die Ausdrucks- und Austausch-Formen, die speziell durchs Internet florieren. Sie sind die „Netzkunst“ der Massen – oft vulgär, aber auch Avantgarde in Ertastung von Zeitgeist und neuen medialen Möglichkeiten.

In unserem Vortrag wollen wir uns dieser Kulturform nähern – ausgehend von unserer Arbeit am Buch „Internet-Meme“ aus der Reihe „kurz und geek“ des O'Reilly-Verlags.

Geschichte

Viele Internet-Meme besitzen eine lange Vorgeschichte: die Plauderkürzel, mit denen Telegrafen-Operatoren im 19. Jahrhundert chatteten; die ASCII-Kunst-Vorläufer, die Amateurfunker in den 60er/70er Jahren per Funkfernschreiber teilten; die humoristischen Anschläge, die mit Ankunft des Fotokopierers zwischen Büros zirkulierten; Phrasen und Schreibweisen, die in Usenet und Mailbox-Netzen entstanden.

Aber auch im Internet entwickeln sich Meme eng mit den technischen Bedingungen des Ausdrucks und der Verbreitung (Hardware, Bandbreite, Kommunikationsplattformen). Beim Skizzieren dieses Wegs wollen wir Aufstieg und Niedergang verschiedener Mem-Ökosysteme anreißen: z.B. Geocities-Homepages mit ihren verspielten GIF-Animationen; ytmnd.com mit seinen Popkultur-Remix-Seiten; YouTube und seine verschiedenen Mem-Genres; Imageboards wie Ernstchan; neuere Trends wie Tumblr und 9gag.

Forschungsstand

Die wissenschaftliche Forschung zu Internet-Memen ist noch ausbaufähig. Wir wollen einen Überblick über ihren aktuellen Stand geben. Zum Beispiel existieren vereinzelte Arbeiten zu Themen wie Jargons oder Soziologie bestimmter Szenen oder Internetforen. Der Begriff „Mem“ selbst entstammt der Denkschule der Memetik, deren wissenschaftliches Vermögen aber auf wackeligen Füßen steht.

Dem gegenüber steht Dokumentations-Arbeit verschiedener Subkulturen selbst. Wikis wie die Encyclopedia Dramatica stellen trotz ihrer undisziplinierten Form einige der ergiebigsten Quellen zum Thema. Kommerzielle Projekte wie KnowYourMeme.com sammeln, kanonisieren und erklären Meme für Nachwelt und Unbedarfte. Archivare wie Jason Scott sammeln und dokumentieren die Spuren vergangener Mem-Kulturen. Auch solche Ressourcen wollen wir empfehlen und vergleichen.

Unter Anderem wollen wir folgende Arbeiten behandeln:

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