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FacebookAus

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Dies ist das Wiki-Duplikat eines Facebook-Postings. Nachtrag: FolgePosting.

tl;dr:
Ich überlege, mein Facebook-Konto zu löschen -- weil es als Kommunikations-Magnet meine Filtersouveränität Facebook unterwirft und ich Facebooks Monopolisierung von Kommunikationsstruktur nicht mag. Wie seht ihr das?

Langfassung:

Ich bin nicht so oft auf Facebook (aktiv bin ich anderswo -- vor allem in meinem Wiki / auf meiner eigenen Website), ging bisher aber immer davon aus, dass der Besitz eines Kontos hier mir ja nichts wegnimmt. Ich verließ mich darauf, dass Facebook für mich relevanten Input an meine E-Mail-Adresse weiterleitet -- entsprechend meinen "Notifications"-Einstellungen.

Nun entdeckte ich die "Other"/"Sonstiges-Inbox, für die das offenbar (und zwar schon seit Jahren) nicht gilt, und darin diverse mehr oder weniger relevante Nachrichten, teils viele Monate zurückliegend. Hier landet, was nach Facebooks Meinung mich kaum interessieren dürfte -- etwa Nachrichten von Leuten, mit denen ich keine gemeinsamen Facebook-Kontakte habe. Dumm nur, dass mich Einiges zum jeweiligen Zeitpunkt doch sehr interessiert hätte. Facebook scheint keinen Weg zu bieten, für diese Inbox E-Mail-Notifications zu aktivieren; also lässt sie sich nicht in meine eigenen Kommunikations-Kreisläufe einbinden.

Mein Besitz eines Facebook-Kontos führt also dazu, dass an mich gerichtete, mir relevante Kommunikation mich nicht erreicht. Ohne Facebook-Konto wäre derlei wohl an einen Kanal gegangen, der einigermaßen sicher zu mir bzw. durch meine selbstgewählten Filter führt -- etwa meine E-Mail-Adresse, von meiner persönlichen Procmail-Konfiguration gefiltert und sortiert. Mit Facebook-Konto werden diverse Anfragen an eben dieses Facebook-Konto gerichtet, dort erstmal von Facebook abgefangen und nur nach dem Gutdünken seiner Filter an mich weitergeleitet; ein Gutdünken, von dem ich ungern abhängig bin, das mich eben schon relevante Informationen kostete.

Evtl. habe ich nur übersehen, mit welchem Klick ich "Other"-Nachrichten an mich mailen lassen kann. Aber wären auch die Weichen rückstellbar -- woher die Sicherheit nehmen, dass Facebook nicht an anderer Stelle beginnt, vom einen Tag zum anderen mir relevante Kommunikation zu unterschlagen, ohne mich das wissen zu lassen? (Ändert es doch gerne mal unter der Hand Defaults und Nutzer-Einstellungen …) Um zu prüfen, was Facebook mir vorenthält, müsste ich viel mehr Zeit hier verbringen: auf neue Filter-Features aufpassen, den "Other"-Nachrichtenzähler überwachen usw. Ich müsste mich mehr an Facebook verausgaben, damit Facebook mir nichts wegnimmt. Darauf habe ich keine Lust.

Tendenziell monopolisiert und steuert Facebook die Kommunikation seiner Nutzer; drängt sie, Facebook-eigene Struktur zu nutzen statt Facebook-externe. Aktuelles Beispiel: @facebook.com-Mail-Adressen, nur über Facebook abrufbar, werden jetzt per Default als einzige Mail-Adressen der Nutzer in ihren Profilen angezeigt -- selbst wenn diese dort vorher andere Mail-Adressen als Kontaktmöglichkeiten anboten. Facebook-eigene Struktur aber unterliegt der Kontrolle und politisch-moralischen Zensur von Facebook, wird nach dessen Prioritäten und Geschäfts-Interessen gestaltet; ein Diktat, von dem ich Kommunikationsströme, insbesondre die mich betreffenden, ungern eingeschränkt sehe.

Schon der bloße Besitz eines Facebook-Kontos gerät mir dann aber zur liability: Wie ein Magnet zieht es Kommunikation an sich -- man schreibt mir hier anstatt z.B. an meine eigene Mail-Adresse --, deren Integrität und Auswahl sodann dem Willen und Können Facebooks unterworfen ist; für immer weniger kann ich meine eigenen Filter einsetzen, für immer mehr muss ich die von Facebook hinnehmen. Und im weiteren Sinne stützt jedes Facebook-Konto die Macht von Facebook als Identitäts-Provider, als Daten-Silo und als Daten-Monopolist gegen das Offene Web (solange jeder ein Facebook-Konto hat, ist es doch ok, Logins, Konversationen, Events usw. nur über Facebook zugänglich zu machen!); noch so etwas, das mir auf die Nerven geht, denn so wird immer mehr potentielle Öffentlichkeit Facebooks Hausrecht unterworfen.

So kommen für mich inzwischen sowohl persönlich-opportunistische als auch Netz-moralische Gründe zusammen, um Facebook ganz den Rücken zuzuwenden (anstatt es, wie bisher, einfach nur möglichst wenig zu nutzen), d.h. mein Konto zu kündigen. Was denkt ihr? Sind diese Gründe plausibel? Würdet ihr so vorgehen? (Ich dupliziere diesen Eintrag in mein Wiki: http://www.plomlompom.de/PlomWiki/plomwiki.php?title=FacebookAus&action=page_view -- würde mich freuen, wenn eine etwaige Diskussion im dortigen Kommentar-Thread stattfände statt hier. Sollte ich mein Facebook-Konto wirklich löschen, wäre sonst die Diskussion über diese Entscheidung futsch.)

Kommentare

#0

ich mache mir derzeit ähnliche gedanken. soweit ich weiß ist mir zwar durch fb noch nihts verloren gegangen, aber wie dein beispiel ja zeigt könnte es gut sein, dass ich das einfach nicht bemerkt habe. es gibt eigentlich auch nur einen grund, warum ich mein fb-konto noch habe: der chat. den benutze ich nämlich recht regelmässig, um mit bekannten, verwandten und mitstudierenden zu kommunizieren. wäre der chat nicht, dann hätte ich meinen account vermutlich schon "stillgelegt" - ob ich ihn gelöscht hätte weiß ich nicht.
wir sind da ja in etwas unterschiedlichen situationen.bei mir dürfte es ausreichen einen post zu schreiben mit dem inhalt "hier nicht mehr zu erreichen, nehmt einen der folgenden kanäle". vermutlich würde mir dann immer noch etwas verloren gehen, aber mir schreiben auf fb eben hauptsächlich leute, die mich sowieso kennen, und die es früher oder später ohnehin auf einem anderen kanal versuchen. bei dir dürfte das etwas anders aussehen, weswegen die schließung deines accounts mir keine schlechte option zu sein scheint. wenn du nicht denkst, dass dir dadurch etwas verloren geht, im gegenteil, wenn du davon ausgehst, dass dir dadurch weniger verloren geht - dann hast du deine antwort doch eigentlich. und es ist ja nicht so, dass du deinen acoount nicht einfach reaktivieren könntest solltest du feststellen, dass dir doch etwas fehlt.

#1

Würdest Du das Konto denn löschen oder stilllegen?
Ich hab meins damals erst gelöscht, anschließend aber noch mal neu angelegt – aus dem einfachen Grund damit ich den Namen dort besetzen kann. Seither gibt es http://facebook.com/bascht - was aber nur noch eine Umleitung auf meine Webseite ist. Seither kommen dort auch keine Anfragen mehr rein. Für wichtige Dinge gibts den Hinweis auf Email.

Als Frage an @chrifpa: Kann man den Facebook Chat nicht via XMPP nutzen?

#2

Mir scheint, daß sich FB früher oder später von alleine ins Aus schießt. Und das kann so schnell gehen als der Untergang der DDR.
Insofern würde ich empfehlen, an Bord bleiben und mit Distanz die weitere Entwicklung verfolgen.

#3

Ich hab mal so etwas über ein Jahr ohne Facebook gelebt. Es ging. Es hatte hatte Nachteile, aber es ging. Klar, man fällt aus mancher Kommunikation heraus, aber das stört einen ja wenig, weil man nicht weiß, was man nicht mitbekommt. Klar, hier und da wird man zu einem Geburtstag nicht eingeladen, weil das oft über Facebook geschieht. Viel Schlimmer ist das allerdings für die Freunde. Denn eine nicht gemachte Einladung ist nur die Spitze des Eisbergs hinter der Hunderte Male stehen, wo die Freunde trotzdem an einen denken. Aber immer extra. ("so, allen Freunden bescheid gesagt? ach nee, da ist ja noch mspro....") Man zwingt seinem Umfeld halt eine Sonderbehandlung für einen selbst auf. Man ist die Abweichung von der Din-Norm, man ist der IE6 unter Freunden. Nicht, dass einen alle dafür hassen, aber nerven tut es die schon. Das war der Grund, warum ich wieder zu Facebook gegangen bin. Um es meinen Freunden und Bekannten leichter zu machen.

mspro /
#4

ich lebe ganz gut ohne facebook. es streamen dort mittlerweile so viele meldungen jedweder art durch, dass die kommunikation auf facebook ohnehin nur noch eine untergeordnete rolle spielt.

einladungen relevanter natur bekommt man über twitter ebenso mit. wenn man mal in relation setzt, zu wie vielen einladungen man ohnehin nicht geht, sondern nur potenziell davon erfährt und sich dann damit beschäftigt... nunja.

ein weiterer effekt ist, und der scheint mir interessanter, eine intensivierung bestehender kontakte ohne facebook. sie werden wieder fokussierter und somit intimer, nicht mehr nur als nebenher. es entsteht eine andere art der wertschätzung da sich der rahmen der wahrnehmung verändert.

wer natürlich überall dabei sein möchte, der braucht facebook in all seiner flüchtigkeit.

#5

Och, also so schlimm finde ich das mit den "anderen" Nachrichten nicht. Wenn mans einmal weiß, geht es ja! Zudem: eine normale Benachrichtigung als rotes Zeichen oben Links bei Mails (für "neue Nachricht") kriegst du trotzdem! Der Unterschied ist nur, dass sie dann in einem anderen Ordner abgelegt wird. Ich denke, das Problem könnte bei Dir verstärkt auftreten, weil du vielleicht mehr Nachrichten von Fremden, also Nicht-FB-Freunden erhältst und dann mit der FB-Vorkategorisierung nicht einverstanden bist.

Dennoch - dir geht es ja ums Prinzip der Filtersouveränität - wenn es dich tatsächlich derart tangiert, dass du dich in deiner Kommunikationsfreiheit beschnitten fühlst, dann musst du wahrscheinlich wirklich austreten. Denn selbst wenn man sich mit ein paar Dingen auf Facebook "notgedrungen" abfindet - die ändern ständig was und passen FB so an, wie sie meinen, dass es cool wäre. Damit kann man sich natürlich schon bevormundet fühlen. V.a. wenn man die Änderungen gar nicht mitbekommt...

M.E. scheint es ein Drin- oder Draußen- Ding zu sein: entweder du bist auf Facebook und versuchst dich, mit Änderungen zu arrangieren, oder du lässt es ganz.

Das Problem ist sicherlich die Zeitintensität. Ich bin eher pro-FB, nehme mir halt die Zeit, abzuchecken, was jetzt schon wieder geändert wurde und wie ich das nutzen kann/möchte. Muss aber dazusagen, dass sich meine FB-Nutzung dennoch stark geändert hat. Von früher mind. 1x täglich Status-Update bis jetzt zu ca. 1xmonatl. Statusupdate und dann nur "Unverfängliches"...Aber das geht ja dann schon wieder ins Privacy-Thema und das diskutieren wir ja woanders :-)

Mein Vorschlag: Leg deinen Account doch mal für einige Zeit still und finde heraus, wie du das findest. Löschen kannst du ihn dann immernoch...

Grüße!

jeinspaenner /
#6

Ich teile deine Gedanken, weiß aber nicht, ob mir dadurch nicht viele nette Menschen entgehen, die ich anderweitig kaum erreiche, weil sie sich mit anderen Diensten schwer tun.
Und der Veranstaltungskalender würde mir fehlen, da die Meisten sich wenig Mühe machen, außerhalb von fb auf ihren Krempel hinzuweisen.
Das macht denen echte Arbeit, mspro hat recht.

#7

Aus genau dem gleichen Grund habe ich mein Facebook Konto damals auch gekündigt (und nicht nur stillgelegt). Schon allein die bloße Präsenz auf Facebook lädt zur Kommunikation über diesen Kanal ein, und wenn das dann Kanl, sondern eine Sackgasse ist, richtet das mehr Schaden als Nutzen an.

Ich würde an deiner Stelle kurz suchen, ob man den "Other" Ordner nicht auch weiterleiten kann (oder zumindest eine Benachrichtigung bekommen) und falls das nicht geht, das Konto kündigen.

Andy

#8

Ich habe meinen FB-Account gelöscht aus den gleichen technischen/aufmerksamkeitsökonomischen Gründen, die du dargelegt hast. Natürlich fühlt man sich am Anfang etwas außen vor gelassen, aber in meinem persönlichen Umfeld haben jetzt viele WhatsApp und das hat die Kommunikation mehr als weg gemacht, außerdem ist fast jeder im GTAlk. Die Ottonormalnutzer unter meinen Freunden sind nämlich durchaus auch angepisst davon was FB da als Produktentwicklung abzieht. Kann also durchaus sein, dass FB als Kommunikationstool mittelfristig sowieso nicht so wichtig bleibt.

Ich habe außerdem eine Chrome-Extension installiert, die alles von FB auf anderen Seiten ausblendet/blockiert und dann ging es doch relativ schnell, dass ich mir keinerlei Gedanken darüber gemacht habe.

#9

Ja, ja und ja! Ob es jetzt der aktuelle Anlass ist oder einer der vorigen: Souverän ist, war und wird man bei Facebook nie. Mit den Inhalten und Interaktionen geht es mir so wie mspro. Also wozu noch so tun, als sei man dabei? Lass uns doch gemeinsam kündigen.

Anja /
#10

Du hättest es schon lange liquidieren sollen. Wie Stallman!

#11

ich habe erst sehr spät überhaupt ein acct angelegt und nur deshalb, weil ich dazu gezwungen wurde, da viele infos nur noch über fb verbreitet werden. mein profil sagt nichts zu mir aus und ich habe keine kontakte.

ich war von anfang an fb gegenüber sehr kritisch und ich kann nicht verstehen, wie viele, die aus dem umfeld des ccc kommen und/oder wirklich wissend sind, trotz aller kritik mit persönlichem profil dort aktiv sind. ich habe immer gefragt: ist denn der nutzen _so_ groß, dass man dafür die bedenken bei seite schieben sollte? jein war die antwort.

mich ärgert das gebahren von fb seinen nutzern gegenüber total. wer ist denn für wen da und wer hat den nutzen? fb ist doch abhängig von seinen nutzern, von deren aktivität und verweildauer und nicht umgekehrt. ohne die nutzer kein hype, keine werbepartner und kein überzogener börseneinstand.

wenn ich eben im nachtjournal sehe, wie kritiklos und ergeben sich münchen und hamburg der neuen regelungen fügen unter dem motto: wir haben dort unsere kontakte und wollen auf diese nicht verzichten, schwillt mir der kamm. es gab ein leben vor fb und da haben sich die nutzer auch ohne fb informiert, sie sind auf die webseite gegangen oder haben nl erhalten. und war da nicht mal myspace und second life, wo auch viele dachten, ohne das gehts nicht?

das nachtjournal formulierte so schön, dass es seitens fb wohl eine machtfrage sei. bei so was reagiere ich aus prinzip immer sehr allergisch und denke, man - wir - müssen die grenzen setzen.

jacqueline /
#12

"Als Frage an @chrifpa: Kann man den Facebook Chat nicht via XMPP nutzen?"
-bascht

ja, kann man. ich habe es aber noch nicht hinbekommen das gelöt so einzurichtdn dass es nicht noch unzuverlässiger wird als es ohnehin schon ist. bin aber (bisher) auch kein grosser xmpp-user. sollte ich vieleicht ändern.

#13

Interessanterweise geht es mir exakt anders herum als mspro. Längst nicht alle der Menschen, die ich als echte Freunde bezeichne, sind bei Facebook. (Über den Daumen gepeilt etwa die Hälfte.)

Wenn ich also eine Mail mit einer Veranstaltung etc. herumschicke, denke ich jedes Mal: "Aber wird die auch von den Facebook-Leuten gelesen, die notorisch selten ihre Mails checken? Und lesen die überhaupt die Infos auf der verlinkten Site?"

Facebook zwingt mir eine Sonderbehandlung auf. Facebook ist die Abweichung von der Din-Norm, Facebook ist der IE6. Zumal es genauso hässlich (optisch und strukturell) ist wie der IE6.

Praktisch keine wirklich interessante Veranstaltung, kein wirklich interessantes Treffen habe ich per Facebook zuerst gesehen. Da gibt es andere, bessere Kanäle.

#14

Wer Facebook waehlt kriegt auch facebook. Ich findes es immer ziemlich albern wenn zornige Anwender von einem privaten Unternehmen eine oeffentliche Dienstleistung zu fordern. Facebook hat seine eigenen interessen und Kommunikation an facebook vorbei gehoert selbstverstaendlich nicht dazu. Um Geld zu verdienen brauchen die aktive Nutzer.

Aber all das, was Du forderst, versucht man in Diaspora und friendica umzusetzen. Also, nicht motzen, umziehen.

Dennis /
#15

Einfach nicht mehr einloggen und fertig. Wenn dann mal echt wirklich was ist, kann ich mich ja einloggen. Wenn ich still lege oder abmelde versorge ich Facebook doch auch nur wiederum mit leichter interpretierbaren Daten.

ckuettner /

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